Moot-Court-Bundesfinale in Wien

In fiktiven Verhandlungen lernen Studierende die komplexen Abläufe vor Gericht hautnah kennen. Teams aus ganz Österreich traten am 19. Juni beim Bundesfinale des Franz-von-Zeiller-Moot-Court aus Zivilrecht am Obersten Gerichtshof gegeneinander an, um sich in dem zivilrechtlichen Prozessspiel fachlich und rhetorisch zu messen und den juristischen Kontakt zu pflegen.
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Bild: Der Richtersenat und die Studierendenteams der juristischen Fakultäten Österreichs (Foto: Julian Pehm)

Das Bundesfinale des  Franz-von-Zeiller-Moot-Court aus Zivilrecht wurde heuer von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien ausgerichtet. Es traten zum wiederholten Mal Studierendenteams der fünf österreichischen rechtswissenschaftlichen Fakultäten aus Wien, Linz, Graz, Salzburg, Innsbruck und der Wirtschaftsuniversität Wien gegeneinander an. Die Teams aus jeweils drei Studierenden wurden von Anwälten aus ihrem jeweiligen Bundesland betreut. Diese gaben den Studenten Einblick in die Praxis und boten Hilfestellungen bei den zu bearbeitenden Fällen.
Unter der Anleitung namhafter österreichischer Wissenschaftler des Zivilrechts haben sich die Studierenden auf das Bundesfinale in Wien vorbereitet. Sie wurden in den Vorrunden an den jeweiligen Universitäten für das Finale ausgewählt und haben im Rahmen von extra dafür angebotenen Lehrveranstaltungen ihren Wissensstand erweitert.
Der Richtersenat stand heuer unter Leitung von Dr. Christoph Brenn (Richter des Obersten Gerichtshofes) und mit ihm urteilten Univ.-Prof. Dr. Stefan Perner und Rechtsanwältin Dr. Ulla Reisch über die gebotenen rhetorischen und schriftlichen Leistungen der Studierenden. In Erfüllung dieser schwierigen Aufgabe wurden heuer die zwei Teams der Wiener Universitäten und das Team der Universität Graz zu den Siegern gekürt.
Die Veranstaltung dient der Vernetzung von Lehre und Praxis, fördert den interfakultären Austausch in Wissenschaft und Praxis und bietet den teilnehmenden Studierenden die Möglichkeit, einerseits ihren theoretischen Wissensstand praktisch zu erproben und andererseits Kontakte in die Arbeitswelt und zu Kollegen zu knüpfen.
In dieser Konstellation ist die Moot Court aus Zivilrecht Veranstaltung einzigartig in Österreich, da sie die rege Vernetzung der Universitäten und der damit verbundenen Möglichkeiten für die Studierenden zeigt. Unterstützt wird der veranstaltende Verein dabei von namhaften Wiener Anwaltskanzleien.
Für die Universität Innsbruck traten Lisa-Marie Gosch, Theresa Weiskopf und Alexander Lederwasch, betreut von Dr. Silvia Moser und MMMag. Barbara Egger-Russe (Kanzlei Greiter Pegger Kofler), an.

(Rainer Silbernagl)