Gossenköllesee wird Teil von internationaler Seengemeinschaft

Der Gossenköllesee, ein wissenschaftlicher Standort der Uni Innsbruck, wurde als einziger hochalpiner See in Österreich Teil eines international renommierten Forschungsnetzwerkes. Damit soll auch die dortige limnologische Forschungsstation gesichert werden.
Gossenköllesee
Bild: Der Gossenköllesee wurde Teil des internationalen Netzwerkes GLEON. (Bild: Sommaruga)

Der Gossenköllesee liegt oberhalb der Baumgrenze in den Stubaier Alpen auf 2417 Meter Seehöhe und ist ein wichtiger Forschungsstandort der Uni Innsbruck sowie Fokus für zahlreiche nationale und internationale Forschungsprojekte. Zudem ist der See ein Ausbildungsstandort für eine Vielzahl von Studierenden und Schülerinnen und Schülern, die diese hochempfindlichen alpinen Lebensräume im Rahmen von Exkursionen und Projekten kennenlernen.

Um die wissenschaftlichen Untersuchungen im Gossenköllesee langfristig abzusichern, ist dieses Gewässer und dessen Einzugsgebiet seit kurzem offizielles Mitglied von GLEON (Global Lake Ecological Observatory Network). In diesem Programm werden weltweit Langzeitdaten von Seen gesammelt und interpretiert, um die Entwicklung dieser Ökosysteme unter dem Aspekt des Klimawandels feststellen zu können. Der Gossenköllesee ist als einziger hochalpiner See in Österreich Teil des Netzwerkes und damit für die Sammlung und Auswertung der Daten sehr relevant.

Ein besonderer Standort

Seit den 50er Jahren werden seitens der Universität Innsbruck im Kühtai in Hochgebirgsseen limnologische Untersuchungen durchgeführt. Nach bereits 16 Jahren Betrieb musste die 1959 am Südufer des Vorderen Finstertaler Sees erbaute „Limnologische Station Kühtai“ einem Staudammprojekt weichen. Daraufhin wurde der Standort im Jahr 1975 auf die andere Talseite, an das Ufer des Gossenköllesees, verlegt. Seither finden dort vor allem Forschungsaktivitäten statt, die sich mit der Wirkung der globalen Umweltveränderungen auf hochalpine Gewässer und deren Einzugsgebiete beschäftigen.

Eine Besonderheit am Gossenköllesee ist das Auftreten einer Kieselalgenart der Gattung Fragilaria, die bisher in keinem anderen Hochgebirgssee der Welt entdeckt wurde. Erwähnenswert ist auch das Vorkommen von Bachforellen, die noch aus dem künstlichen Besatz durch Kaiser Maximilian um 1500 stammen. Während seiner Herrschaftszeit veranlasste er aufgrund seiner Passion für die Fischerei, viele Tiroler Bergseen mit Forellen und Saiblingen zu besetzen. Die Aufnahme des Gossenköllesees in das internationale Forschungsprojekt GLEON ist ein wichtiger Schritt, um auch weiterhin die Forschungen und den Bestand der Fische zu sichern.

(red/dp)