Exzellente Lehre: Zwei Ars-docendi-Preise 2015 für Universität Innsbruck

Der Staatspreis Ars docendi für Lehrpersonen an Universitäten, Fachhochschulen und Privatuniversitäten wurde im Juni vergeben, mit Stefan Mayr und Achim Zeileis stammen dieses Jahr zwei Preisträger von der Universität Innsbruck.
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Bild: Die Preisträgerinnen und Preisträger des Ars-docendi-Staatspreises 2015. (Foto: BMWFW/Martin Lusser)

Bereits zum dritten Mal wurden am 22. Juni 2015 in der Aula der Wissenschaften in Wien die „Ars docendi Staatspreise“ für exzellente Lehre an Hochschulen verliehen. Erstmals wurden heuer Preisträger von Universitäten, Fachhochschulen und Privatuniversitäten gemeinsam ausgezeichnet. Neben den fünf Fachkategorien wurden in diesem Jahr auch zwei Sonderpreise für besonders innovative Lehrkonzepte am Beginn des Studiums und im Sinne der Modularisierung – also die Bündelung von Lehr- und Lerninhalten zu einer fachlichen und didaktisch sinnvollen Einheit – vergeben. Die insgesamt sieben Preise sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert, die Nominierungen erfolgen durch Studierendenvertreter, Rektoren oder Kollegiumsleitungen. Eine international besetzte Fachjury hat aus 122 Einreichungen von insgesamt 42 Hochschulen eine Liste von 21 Beispielen exzellenter Lehre erstellt, aus denen die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger hervorgegangen sind. Praxisbeispiele für innovative Lehrideen finden sich auf der Website „Atlas der guten Lehre“ unter www.gutelehre.at. Die Website ist durch Empfehlungen der Österreichischen Hochschulkonferenz entstanden und soll dem gegenseitigen Informationsaustausch dienen, um die stetige Verbesserung der Qualität in der Lehre zu unterstützen und entsprechende Aktivitäten sichtbar zu machen.

Preisträger Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften

Frau SC Dr. Iris Rauskala verleiht den Ars-Docendi-Staatspreis an Prof. Stefan Mayr. (Foto: BMWFW/Martin Lusser)

Frau SC Dr. Iris Rauskala verleiht den Ars-Docendi-Staatspreis an Prof. Stefan Mayr. (Foto: BMWFW/Martin Lusser)

 

Den Preis in der Kategorie Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften erhielt dieses Jahr Prof. Stefan Mayr vom Institut für Botanik. Stefan Mayr studierte ab 1988 Biologie an der Universität Innsbruck und promovierte 1996 im Fachgebiet der Molekularbiologie. Er ist seit 2011 Professor für Botanik/Wasserhaushalt der Pflanzen an der Universität Innsbruck und leitet seit 2004 die Forschungsgruppe „Ökophysiologie". Er habilitierte sich 2003 im Fach Botanik. Stefan Mayr versucht in seinen Lehrveranstaltungen immer wieder neue Wege zu beschreiten, um den Studentlnnen möglichst vielseitige, spannende Zugänge zu den Lerninhalten zu bieten und eine effiziente, entspannte Lernsituation zu schaffen. Videos, Audiosequenzen, Geschichten aus dem Forschungsalltag, Cartoons etc. werden zur Auflockerung und Ergänzung des Unterrichts gezielt eingesetzt. Manche Inhalte werden humorvoll aufbereitet, so garantiert etwa die „Cytologie-Millionenshow“ eine hundertprozentige Aufmerksamkeit der Studierenden.

Seit 1996 leitet Stefan Mayr als Geschäftsführer die Firma ÖKOM, die Ökomanagement und Landschaftsplanung betreibt und ein technisches Büro für Ökologie beinhaltet. Mayr erwarb zahlreiche Preise, u.a. den Preis der Landeshauptstadt Innsbruck für die wissenschaftliche Forschung an der Universität Innsbruck 2002, den Wissenschaftsförderungspreis des Akademischen Alpinen Vereins der Universität Innsbruck 2003, den Eduard-Wallnöfer-Preis für Forschungs- und Studienprojekte 2004, den Wissenschaftskommunikationspreis FWF 2006, den 1. Preis für das Projekt „Flower Power-Wasserkraft in Pflanzen“, den Preis des Fürstentums Liechtenstein für wissenschaftliche Forschung an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck 2012 und zuletzt den LehrePlus!-Preis der Universität Innsbruck 2014.

Sonderpreis: Innovatives Lehrkonzept am Studienbeginn

Frau SC Dr. Iris Rauskala verleiht den Ars-Docendi-Staatspreis an Prof. Achim Zeileis. (Foto: BMWFW/Martin Lusser)

Frau SC Dr. Iris Rauskala verleiht den Ars-Docendi-Staatspreis an Prof. Achim Zeileis. (Foto: BMWFW/Martin Lusser)

 

Den Sonderpreis für ein Innovatives Lehrkonzept am Studienbeginn erhielt Prof. Achim Zeileis vom Institut für Statistik. Er studierte an der Universität Dortmund Statistik und schloss 2000 mit dem Diplom ab. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Rahmen des FWF-Spezialforschungsbereich 010 „Adaptive Information Systems and Modelling in Economics and Management Science“ am Institut für Statistik und Wahrscheinlichkeitstheorie an der Technischen Universität Wien. Ende 2003 promovierte er am Fachbereich für Statistik an der Universität Dortmund. Er wechselte dann als Universitätsassistent an das Department für Statistik und Mathematik der Wirtschaftsuniversität Wien. Während dieser Zeit absolvierte er auch mehrere Forschungsaufenthalte an internationalen Universitäten, insbesondere war er im Juli 2008 als Gastprofessor am Institut für Statistik der Ludwig-Maximilians-Universität München und habilitierte sich im selben Jahr für Statistik und Ökonometrie. Ein Jahr später wurde Achim Zeileis als Professor für Statistik an die Universität Innsbruck berufen.

Zeileis’ Interessengebiete liegen vor allem auf der Schnittstelle von Statistik und Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Einigendes Band sind dabei die Methoden des Statistical Computing, die den Transfer von methodischer Theorie in die angewandte Praxis überhaupt erst ermöglichen. Achim Zeileis ist (Ko-)Autor von zahlreichen statistischen Softwarepaketen, die (ähnlich dem Betriebssystem Linux) im Internet frei verfügbar sind und deshalb weltweit in verschiedensten Disziplinen in Forschung/Lehre sowie Industrie verwendet werden. Die freien Online-Plattformen, an denen er mitwirkt, umfassen u.a. das Comprehensive R Archive Network, R-Forge, sowie das einflussreiche Journal of Statistical Software. Inhaltlich bieten die von Achim Zeileis (mit)entwickelten Methoden eine moderne Kombination von Ideen aus Statistik, Ökonometrie und maschinellem Lernen und können für eine breites Spektrum von Fragestellungen eingesetzt werden.

Weitere Preisträgerinnen und Preisträger

Der Preis in der Kategorie Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften geht an Prof. Ulrike Felt, Universität Wien, Institut für Wissenschafts- und Technikforschung; in Medizin und Gesundheitswissenschaften an Ass.-Prof. Michael Schmidts, M.D, MME (Bern) von der Karl-Landsteiner-Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften; in der Kategorie Wirtschaft und Recht an Mag. Dr. Kai Erenli, LL.M, zPM, Fachhochschule des bfi Wien Ges.m.b.H.; in der Kategorie Kunst, Musik und Gestaltung an Univ.-Ass. Baerbel Mueller, Universität für angewandte Kunst Wien, Institut für Architektur. Den zweiten Sonderpreis, verliehen für das beste Lehrkonzept Modularisierung,  erhielt Prof. Eva Jonas von der Universität Salzburg, Fachbereich Psychologie.

(red/sh)