Gemeinsam gegen den Klimawandel

Bei einem Pressegespräch vergangenen Dienstag stellte eine Gruppe von Expertinnen und Experten sich und ihre Ziele vor. Der Klimawandel in den Alpen steht dabei im Zentrum einer Allianz, die sich gemeinsam den Herausforderungen des „Klimawandels in den Alpen“ stellt.
Alpenkonvention Gruppenbild
Bild: Expertinnen und Experten stellen sich der Herausforderung "Klimawandel in den Alpen". V.li.: Eric Veulliet, Hannelore Weck-Hannemann, Markus Reiterer, Eva Lavric, Christophe de Winter. (Bild: Uni Innsbruck)

Die Herausforderung Klimawandel erfordert ungewöhnliche Allianzen. Die Universität Innsbruck mit dem Forschungsschwerpunkt Aliner Raum – Mensch und Umwelt sowie dem Frankreichschwerpunkt, das Ständige Sekretariat der Alpenkonvention, das alpS-Forschungszentrum und das Institut Francais d’Autriche stellen sich gemeinsam dieser Herausforderung. Mit der Veranstaltungsreihe ALPEN-FORUM-INNSBRUCK sollen die unterschiedlichsten Risiken und Chancen des Klimawandels im gesamten Alpenraum thematisiert werden. Dabei soll nicht nur wissenschaftliche Expertise sondern auch die praktische Umsetzung auf allen Ebenen im Vordergrund stehen.

Engagierte Wissenschaft

Im Forschungsschwerpunkt Alpiner-Raum – Mensch und Umwelt haben sich Expertinnen und Experten aus den unterschiedlichsten Wissenschaften zusammengefunden, um gemeinsam über den Klimawandel und seine Folgen zu forschen und Lösungsansätze zu finden, bei denen auch jeder und jede einzelne mitwirken und mitarbeiten können. „Der Klimawandel ist ein zentrales Thema. In unseren Arbeiten geht es aber nicht ausschließlich um den Klimawandel, sondern auch um die Menschen und die Umwelt. Wir wollen bewusst die Gesellschaft in unsere Forschungen miteinbringen. Wir müssen alle einen Beitrag leisten“, führt Hannelore Weck-Hannemann, die Leiterin des Forschungsschwerpunktes, aus. Die Uni Innsbruck hat sich als eine der ersten Forschungseinrichtungen weltweit mit den Zusammenhängen von Wetter, Klima und Naturgefahren in Gebirgsräumen beschäftigt. Dabei erarbeitetes Grundlagenwissen und Langzeitmessprogramme ermöglichen es dem Forschungsschwerpunkt, immer detailliertere Befunde und Szenarien zur regionalen Klimaänderung in alpinen Gebietern zu entwickeln und die möglichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt einzuschätzen. „Uns ist es wichtig, den Austausch von Wissen und neuesten Erkenntnissen mit der Bevölkerung und Organisationen in alpinen Regionen weiter zu intensivieren, um Gefahren so früh wie möglich zu erkennen, adäquat zu reagieren und Konzepte zur ressourcenschonenden Lebens- und Wirtschaftsweise in Gebirgsräumen zu entwickeln“, so die Leiterin.

Die größte Herausforderung

„Die größte Herausforderung der Menschheit in diesem Jahrhundert, ist der Klimawandel“, zitiert Eric Veulliet, Geschäftsführer von alpS, Ban Ki-moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen. „Wir haben drei Möglichkeiten, wie wir diese Herausforderung angehen können. Wir können einfach nichts tun und warten, wir können weglaufen, wir können aber auch dagegen angehen und den Klimawandel im Alpenraum noch aktiv steuern“, betont Veulliet. Der Experte weist darauf hin, dass ein Bewusstsein in der Bevölkerung für den Umgang mit dem Klimawandel geschaffen werden muss, denn es kann nur funktionieren, wenn alle Bürgerinnen und Bürger aktiv einen Beitrag leisten. „Den Klimawandel kann man nicht allein in den Griff bekommen, es kann nur mit Hilfe von Kooperationen funktionieren“, verstärkt Eva Lavric, Leiterin des Frankreichschwerpunktes an der Uni Innsbruck. Bei der nächsten Weltklimakonferenz, der sogenannten „COP 21“ in Paris im Dezember 2015 soll ein ehrgeiziges, globales Abkommen erzielt werden, mit dem es gelingt, die Erhöhung der Durchschnittstemperatur der Erde unter 2° C zu halten.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Expertengruppen, die sich gemeinsam der Herausforderung „Klimawandel im Alpenraum“ stellen.

  • Eric Veulliet: Geschäftsführer von alpS, Forschungszentrum für Klimawandelanpassung
  • Hannelore Weck-Hannemann: Leiterin des Forschungsschwerpunktes „Alpiner Raum – Mensch und Umwelt“ der Uni Innsbruck
  • Markus Reiterer: Generalsekretär der Alpenkonvention
  • Eva Lavric: Leiterin des interdisziplinären Frankreichschwerpunktes der Universität Innsbruck
  • Christophe de Winter: Beauftragter des Institut Francais d’Autriche

Programm des ALPEN-FORUM-INNSBRUCK 2015

  • Klimawandel und Naturrisiken
    Die Auswirkungen des Klimawandels auf Naturrisiken im Alpenraum
    Dienstag, 23. Juni 2015
    Aula der Uni Innsbruck, Innrain 52
    18:00 Uhr
  • Klimawandel und Energie
    Die Klimakrise ist eine Energiekrise
    Dienstag, 20. Oktober 2015
    Plenarsaal der Stadt Innsbruck
    18:00 Uhr
  • Klimawandel und Tourismus
    Auswirkungen des Klimawandels auf den alpinen Tourismus
    Mittwoch, 9. Dezember 2015
    Festsaal des Landhauses

(red)