Podiumsdiskussion und Workshop zum Thema „Religionsfreiheit und Toleranz in Christentum und Islam“

Gemeinsam mit der Eugen-Biser-Stiftung aus München veranstaltete der Fachbereich Islamische Religionspädagogik am Institut für Fachdidaktik der School of Education am 13. Mai 2015 einen Workshop und eine Podiumsdiskussion zum Thema „Religionsfreiheit und Toleranz in Christentum und Islam“.
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Bild: Muslimische und katholische Studierende arbeiteten gemeinsam in interreligiösen Gruppen. (Foto: Erdogan Karakaya)

Das Ziel der Veranstaltung war, gesellschaftsrelevante Themen in einem interreligiösen Kontext jeweils aus dem Blickwinkel der Muslime und Christen zu erarbeiten und mögliche Gemeinsamkeiten zu eruieren. Quelle für das Themenspektrum bildete das von der Eugen-Biser-Stiftung herausgegebene „Lexikon des Dialogs. Grundbegriffe aus Christentum und Islam“, das im Rahmen der beiden Veranstaltungen vorgestellt wurde.

Die Veranstaltung begann am Nachmittag mit einem interreligiösen Workshop im Dekanatssitzungssaal der Katholisch-Theologischen Fakultät. Muslimische und katholische Studierende arbeiteten unter der Begleitung von Univ.-Ass. Fatima Cavis und Univ.-Ass. Michaela Neulinger in interreligiösen Gruppen auf der Grundlage des „Lexikons des Dialogs“ an verschiedenen Themen wie Toleranz, Religionsfreiheit, Pluralismus, Absolutheitsanspruch, Blasphemie, Aufklärung, Gewissen, Freiheit, Säkularismus, Laizismus und Pluralismus. Die jeweils aus christlicher und islamischer Sicht verfassten Artikel wurden zunächst in kleineren Gruppen diskutiert und anschließend wurden die Ergebnisse im Plenum vorstellt. In der Diskussionsrunde beantworteten die anwesenden Professoren Martin Thurner und Zekirija Sejdini die Fragen der Studierenden. Der Umgang mit der Blasphemie oder die Option eines objektiven Absolutheitsanspruchs gehörten u.a. zu den Themen, welche die Studierenden zur Diskussion stellten.

Die Abendveranstaltung fand im Haus der Begegnung statt, dessen Konferenzsaal mit vielen Besuchern aus dem universitären und außeruniversitären Bereich gefüllt war. Gäste aus Politik, Religion und Gesellschaft waren ebenso anwesend. Am Podium diskutierte Dr. Martin Thurner, Professor für christliche Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität München gemeinsam mit Dr.in Martina Kraml, assoz. Professorin für Praktische Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät und Dr. Zekirija Sejdini, Professor für Islamische Religionspädagogik an der Universität Innsbruck. Stefan Zinsmeister aus der Eugen-Biser-Stiftung moderierte die Diskussion.

Das Interesse an der Podiumsdiskussion war groß. (Foto: Erdogan Karakaya)

Das Interesse an der Podiumsdiskussion war groß. (Foto: Erdogan Karakaya)

 

Die muslimischen und christlichen PodiumsteilnehmerInnen stellten jeweils ihre eigenen Perspektiven zur Toleranz und Religionsfreiheit in Form von kurzen Statements dar. Als gemeinsames Ergebnis der Diskussion resultierten die Kernthesen, dass die Freiheit des Menschen eine Vorbedingung für die Religionsfreiheit darstellt und für ein gutes Zusammenleben gegenseitiger Respekt unverzichtbar ist und die Toleranz dabei die mindeste Anforderung bildet. Dass der Wandel des Religionsverständnisses im Hinblick auf die Anerkennung des Wahrheitsanspruchs des „Anderen“ Relevanz trägt, wurde anhand der Darlegung der Entwicklung des Offenbarungsverständnisses in der christlichen Lehre veranschaulicht. Ebenso wurde betont, dass ein gemeinsamer, lebendiger Dialog durch Begegnung und das gemeinsame „Teilen der Räume“ sowie durch die „Schaffung neuer Räume“ realisiert werden kann.

In der offenen Diskussionsrunde hatten auch die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, ihre Fragen an das Podium zu stellen. Zum Schluss wurden die Gäste zu einem kleinen Empfang eingeladen, wo sie die Gelegenheit hatten, die Diskussionen und Gespräche weiterzuführen.

Der Fachbereich Islamische Religionspädagogik an der School of Education der Universität Innsbruck bildet seit dem WS 2013/14 Islamische Religionspädagogen aus. Parallel zum Studiengang Islamische Religionspädagogik wird ab dem WS 2015/16 Islamische Religion als Lehramtsstudiengang angeboten. Die Studierenden haben somit die Möglichkeit, Islamische Religion als erstes Unterrichtsfach zu studieren.

Der junge Bereich Islamische Religionspädagogik unter der Leitung von Herrn Univ.-Prof. Dr. Zekirija Sejdini ist sich seiner gesellschaftspolitischen Verantwortung bewusst und setzt sich zum Ziel, durch die Organisation von wissenschaftlichen Veranstaltungen (Ringvorlesung im SS 2015, oder Podiumsdiskussion mit interreligiösem Fokus) mit renommierten Fachexperten aus dem In-und Ausland der interessierten Öffentlichkeit einen reflektierten Zugang zum herrschenden Diskurs über den Islam zu ermöglichen.

(Bereich Islamische Religionspädagogik)