Pharmazeut mit Prof. Ernst-Brandl-Preis ausgezeichnet

Bereits seit 25 Jahren wird der „Prof. Ernst-Brandl-Preis“ für besonders innovative und zukunftsorientierte wissenschaftliche Leistungen verliehen. In diesem Jahr ging der Preis in der Höhe von 4000 Euro an den Leiter des Instituts für Pharmazie, Prof. Andreas Bernkop-Schnürch. Am 8. Juni fand in Schwaz die feierliche Übergabe statt.
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Bild: Der Prof. Ernst Brandl-Preis wird bereits seit 25 Jahren verliehen: Hubert Huppertz, Monika Brandl-Knapp, Tilmann Märk, Hans Lintner und Karl Mark (v.l.) gratulieren dem Preisträger Andreas Bernkop-Schnürch (2.v.l.).

Die Mittel aus der Prof. Ernst-Brandl-Stiftung werden seit 1989 jährlich an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie soziale Einrichtungen vergeben. Der diesjährige Preisträger Andreas Bernkop-Schnürch erarbeitete am Institut für Pharmazie, Arbeitsbereich Pharmazeutische Technologie der Universität Innsbruck richtungsweisende Methodiken im Bereich der Thiomer-Technologie. Basierend auf dieser Technologie entwickelte der Forscher gemeinsam mit seinem Team ein Arzneimittel, das in Europa und Kanada vor der Markteinführung steht und zur effizienten Behandlung des „Dry Eye Syndrom“ eingesetzt wird. Beim Arzneimittel namens LACRIMERA® handelt es sich um Augentropfen, die ein Thiomer enthalten und bei klinischen Studien erstmals eine signifikante Verbesserung der Symptome bei trockenen Augen gezeigt haben. Rektor Prof. Tilmann Märk und der Dekan der Fakultät für Chemie und Pharmazie, Prof. Hubert Huppertz, lobten in ihren Ansprachen die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen des Forschers, der seit vielen Jahren internationales Renommee genießt und zu den meistzitierten Pharmazeuten Österreichs zählt. An der von Bernkop-Schnürch vor allem an der Universität lnnsbruck entwickelten Thiomer-Technologie arbeiten mittlerweile über 50 wissenschaftliche Forschungsgruppen weltweit. Auch Dr. Hans Lintner, Bürgermeister von Schwaz und Schulratspräsident, sowie Bezirkshauptmann Dr. Karl Mark zeigten sich von der Arbeit des Wissenschaftlers begeistert.

Jubiläum

Der Preis der Prof. Ernst Brandl-Stiftung wird alle zwei Jahre für Arbeiten an der Leopold-Franzens Universität Innsbruck und der Medizinischen Universität Innsbruck verliehen. Die Verleihung am 8. Juni 2015 erfolgte in einem besonders feierlichen Rahmen im modernen Silbersaal des SZentrum in Schwaz: Anlässlich der 25. Verleihung des Brandl-Preises wurden Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre sowie Wegbegleiter des Namensgebers des renommierten Preises, Prof. Ernst Brandl, zu den Feierlichkeiten eingeladen. Für ihr großes Engagement und unterstützenden Tätigkeiten im Rahmen der Ernst-Brandl-Stiftung im Wissenschafts- und Sozialbereich wurde Monika Brandl-Knapp das Verdienstzeichen der Stadt Schwaz verliehen.

Der Prof. Brandl-Preis ist gedacht als Anerkennung für besonders innovative, zukunftsorientierte Leistungen, die dazu beitragen, die Schwierigkeiten unserer Zeit, welche durch die hemmungslose Realisierung allen wissenschaftlichen Fortschrittes entstanden sind, zu bewältigen und eine lebenswerte Zukunft sicherzustellen. Die Thematik soll im Bereich der Biotechnologie, Gentechnik, Enzymtechnik oder Zellkulturtechnik liegen, kann aber auch der Chemie oder Physik zugehören und muss Verbesserungen zum Inhalt haben, die auf das Wohlergehen des Menschen, eine umweltschonende Gewinnung von Wirkstoffen, Energie, Rohstoffen oder auf die Sicherstellung der Ernährung von Mensch und Tier beziehungsweise auf die Lösung unserer Umweltprobleme abzielen. Die Stiftung geht zurück auf den 1997 verstorbenen Prof. Ernst Brandl, der im Jahre 1952 gemeinsam mit Dr. Hans Margreiter säurestabiles Penicillin entwickelt hat, was die Verabreichung des Antibiotikums in Form von Tabletten oder Sirup ermöglichte.

(Melanie Bartos)