Exkursion zu europäischen Institutionen in Brüssel

Studierende der Rechtswissenschaften und des Wirtschaftsrechts waren auf einer viertägiger Exkursion in Brüssel. Unter der Leitung von Prof. Peter Hilpold besuchten sie verschiedene europäische Institutionen, wobei gleichzeitig ein Ganztagesprogramm mit einer Vielzahl an Referaten zu aktuellen europarechtlichen und wirtschaftsrechtlichen Fragestellungen geboten wurde.
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Bild: Besuch in Brüssel

Besondere Hilfestellung leistete bei dem Besuch die Ständige Vertretung Österreichs bei der Europäischen Union, die Gemeinsame Vertretung der Europaregion Tirol – Südtirol – Trentino bei der EU mit Richard Seeber, Vesna Caminades und Valeria Liverini sowie das Südtiroler Mitglied des EU-Parlaments Herbert Dorfmann, der auch mehrere Experten für Referate zu den Schwerpunkten der Exkursion gewinnen konnte. Die Vielfalt der Themen war breit und umfasste beispielsweise die Funktionsweise des Europäischen Parlaments, das Zustandekommen europäischer Normen, die Bedeutung des Lobbyings (das nicht nur negativ zu sehen ist), die Neuerungen im Bereich der Europäischen Entwicklungszusammenarbeit sowie den internationalen wirtschaftlichen Regionalismus. Diesem zuletzt genannten Thema wurde besondere Aufmerksamkeit geschenkt, wobei insbesondere das geplante transatlantische Freihandelsabkommen TTIP zur Sprache kam. Die damit zusammenhängenden Fragen und Probleme wurden unter vielen Perspektiven analysiert, wobei Referenten vortrugen, die unmittelbar an den diesbezüglichen Beratungen beteiligt waren und sind. Am letzten Tag sprach ein Experte der Amerikanischen Handelskammer (American Chamber of Commerce), der aufzeigte, dass dieses Abkommen in den USA parallel zum Transpazifischen Abkommen verhandelt wird. Aufgrund des Stillstands bei den WTO-Verhandlungen gewinnt der wirtschaftliche Regionalismus immer mehr an Bedeutung. In Europa wird häufig übersehen, dass mittlerweile ein internationaler Wettbewerb um den Abschluss neuer Freihandelsabkommen begonnen hat. Sollte das TTIP-Abkommen scheitern, wird dies dem weltweiten Abschluss neuer Freihandelsabkommen keinen Abbruch tun, wohl aber wird Europa dadurch möglicherweise eine Chance verpassen. Zahlreiche Fragen in Bezug auf das TTIP-Abkommen sind zwar noch offen, doch äußerten die Experten überwiegend die Überzeugung, dass sich diese lösen ließen.

Die Exkursionsteilnehmer waren aktiv an der Gestaltung dieses Programms beteiligt, wobei sich insbesondere Alexandra Mattle, die bereits über längere Arbeitserfahrung in Brüssel verfügt, sowie Stefan Premstaller hervortaten. Für Stadtbesichtigungen blieb dann trotz dieses dichten Programms am Abend noch Zeit. Insgesamt hat diese Exkursion den pro-europäischen Geist der Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch weiter gestärkt.

(Red.)