Minikurs zu epistemischer Spieltheorie mit Andrés Perea

Zum Auftakt einer neuen Minikurs-Serie im Bereich ökonomischer Theorie gab Andrés Perea von der Universität Maastricht am 28./29. April einen zweitägigen Einführungskurs in die epistemische Spieltheorie. Studenten aus dem Master- und PhD Programm der Fakultät für Volkswirtschaftslehre und Statistik zeigten sich begeistert.
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Bild: Die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer mit dem Referenten Andrés Perea (vierter von rechts).

Spieltheorie modelliert das Verhalten von Akteuren in strategischen Situationen. Wie Akteure handeln, hängt von ihrer Erwartung an das Verhalten anderer ab – und damit letztlich auch von ihren Erwartungen über die Erwartungen anderer. Während die klassische Spieltheorie den Denkprozess der Akteure höchstens am Rande berücksichtigt, steht dieser im Mittelpunkt der epistemischen Spieltheorie, einem neuen Zugang zu Spieltheorie, der in den letzten Jahren seinen Siegeszug angetreten hat.

Mit Andrés Perea von der Universität Maastricht konnte das Organisationsteam um Prof. Dr. Markus Walzl (Forschungszentrum Angewandte Spieltheorie und experimentelle Ökonomik – Arbeitsgruppe Theorie) einen führenden Experten in epistemischer Spieltheorie für einen zweitägigen Kurs in Innsbruck gewinnen. Andrés Perea publizierte in einer Vielzahl renommierter Fachzeitschriften und baute ein weltweit einzigartiges Zentrum für epistemische Spieltheorie auf. Sein Lehrbuch, „Epistemic Game Theory – Reasoning and Choice“, ist das bislang einzige Lehrbuch zum Thema und wird in führenden Universitäten wie Stanford verwendet.

Michael Greinecker vom Forschungszentrum, der selbst zu epistemischer Spieltheorie forscht, zeigte sich begeistert von der Veranstaltung und verweist auf die herausgehobene Bedeutung der epistemischen Spieltheorie gerade auch für experimentelle Ökonomik und Verhaltensökonomik, wo eine Berücksichtigung der Denkprozesse für eine umfassende Interpretation von Ergebnissen unverzichtbar ist.

Christopher Kah, einer der Mitorganisatoren und PhD-Student des VWL-Programmes, unterstrich, dass derartig international renommierte ReferentInnen die Ausbildung deutlich bereichern und freut sich auf eine Fortsetzung der Minikurs-Reihe in den kommenden Semestern.

(Michael Greinecker und Christopher Kah)

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