Houska-Preis: 10.000 Euro für Fertigteil-Rodelbahn

10.000 Euro erhielten Werner Nachbauer und sein Team am 23. April bei der Verleihung des Houska-Preises für die Entwicklung einer modularen Kunsteisbahn. Den Hauptpreis in der Höhe von 120.000 Euro gewannen Wissenschaftler aus Wien für ihre bionische Oberarmprothese.
Visualisierung der SledgeTubeTyrol
Bild: Visualisierung der SledgeTubeTyrol

Neue Kunsteisbahnen werden selten und wenn, dann nur für internationale Großereignisse gebaut, weil ihre Errichtung mit Kosten über 100 Millionen Euro verbunden ist. Die von Werner Nachbauer und seinem Team vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck im Zuge eines K-Regioprojekts entwickelte SledgeTubeTyrol geht von der Idee aus, dass eine Kunsteisbahn im Grunde nur aus Kurven und Geraden besteht, die nicht jedes Mal neu erfunden und gebaut werden müssen. „Die Kostenersparnis, die durch unser Baukastensystem erzielt werden kann, ist enorm und eröffnet dem traditionsreichen Rodel-, Bob und Skelethonsport in Österreich neue Möglichkeiten“, sagt Werner Nachbauer vom Institut für Sportwissenschaft. „Aus diesem Grund hat mich die Nominierung für den Houska-Preis sehr gefreut.“ – Der von der B&C Privatstiftung vergebene Houska-Preis ist mit einer Preissumme von insgesamt 300.000 Euro Österreichs höchtsdotierter privater Forschungsförderungspreis. Ausgezeichnet werden jährlich die 10 besten wirtschaftsnahen Forschungsprojekte am Standort Österreich.

Vorgefertigte Beton-Elemente

Die Sledge Tube wurde als vollständiges Baukastensystem entwickelt, das einfach an die unterschiedlichsten Geländegegebenheiten angepasst werden kann. Sowohl die vorgefertigten dünnen Spezialbeton-Schalen als auch die umweltverträgliche Solekühlung müssen nur mehr montiert und nicht mehr individuell vorort errichtet werden. – Innovationen, die angesichts der strengen Normen des internationalen Rodelverbandes eine mehrjährige Entwicklungszeit hinter sich haben. „Der ursprüngliche Prototyp aus Glasfaserverbund entsprach nicht den Anforderungen, darum sind wir auf Beton umgestiegen und haben alle Tests nochmals gemacht“, berichtet Nachbauer. Um nicht nur die Stabilität, sondern auch die Mobilität der Teile zu gewährleisten, wurden spezielle, gekrümmte Betonelemente entwickelt, die in Österreich mittlerweile patentiert sind. An das Potenzial glaubt auch der wichtigste Forschungspartner: „Eine erste Bahn in Bludenz steht knapp vor der Umsetzung. Sollte dieses Referenzprojekt umgesetzt werden, wäre es ein Vorzeigeprojekt, das viele Folgeprojekte nach sich ziehen könnte“, so die Einschätzung Andreas Kluibenschedl, Projektleiter bei RED Bernard.

Der Preis

Der Dr.-Wolfgang-Houska-Preis wurde 2005 von der B&C Privatstiftung ins Leben gerufen und fördert praxisorientierte Forschung an österreichischen Universitäten. Die Stiftung unterstützt mit dem Preis einzelne Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bzw. Forscherteams, deren eingereichte Projekte in Kooperation mit österreichischen Unternehmen realisiert werden. Ausschlaggebend für die Vergabe sind Innovation und wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Dieses Jahr war die Initiative insgesamt mit 300.000 Euro dotiert – damit ist er der größte private Forschungsförderungspreis in Österreich. Er ist nach dem Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Dr. Wolfgang Houska benannt, der von 2000 bis 2005 Vorstandsmitglied der Stiftung war.

(ef)