Ein Teil von mir ist Sprache / A part of speech

Am 19. März 2015 fand in Anwesenheit von Rektor Univ.-Prof. Dr. Tilmann Märk und einer großen, interessierten Öffentlichkeit die Eröffnung der Ausstellung « Volker Giencke –Ein Teil von mir ist Sprache / A part of speech » in den Räumen des aut./Architektur und Tirol, im Adambräm in Innsbruck statt.
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Bild: Aus Anlass der Beendigung seiner Lehrtätigkeit mit Ende 2015 konzipierte Volker Giencke im aut eine Ausstellung, bei der er die vorhandene Raumstruktur des Adambräus radikal transformiert. Bild: Günter Richard Wett

Die Rauminstallation umfasst drei Geschosse, ist ein Labyrinth auf engsten Raum und macht klar, dass Architektur viel mehr als die bloße Erfüllung von Funktionen sein kann. Das räumliche Erlebnis wird emotional durch sprachliche Beiträge verstärkt. Absicht der Ausstellung ist es, im kleinen Rahmen ein Feingefühl und Verständnis für das zu vermitteln, was -kulturhistorisch gesehen- als `Raum` den architektonischen Diskurs seit Jahrtausenden bewegt, und gleichzeitig als `Architektur` zum sicht- und erlebbaren Mittelpunkt der Kulturgeschichte der Menschheit macht.

Für Volker Giencke ist die Erfüllung von Funktionen die Voraussetzung für jede benützbare Architektur. Ebenso formulieren  Konstruktion und Hochbau wichtige statische und physikalische Bedingungen, garantieren aber noch lange keine künstlerisch wirksame architektonische Qualität. Das Institut für experimentelle Architektur ./studio3 entwickelt und lehrt an der Schnittstelle von zeitgenössischer Kunst, Kultur und experimenteller Architektur. Gestalttheorien, forschungsgeleitetes Entwerfen und die Umsetzung dieser Ansätze in konkrete Projekte sind Ziel allen Tun`s. Dem ./studio3 geht es um Architektur als gelungene Balance von Ästhetik, Funktion und Konstruktion, visuellem Empfinden und wissenschaftlichem Denken. Dabei ist Kunst nicht ästhetischer Aufputz, sondern wirkt real am kreativen Schaffensprozess von Architektur mit. Im Vordergrund steht die geistig-soziale Verpflichtung, ein Feingefühl für kulturelle Verantwortung und gesellschaftlichen Fortschritt zu entwickeln und zu vermitteln. 

Volker Giencke ist Gründer und Vorstand des ./studio3  -Institut für experimentelle Architektur der Universität Innsbruck. Er hat dieses Institut 15 Jahre lang geprägt, ihm Bedeutung gegeben und es international positioniert. Heute ist das ./studio3 für Eingeweihte eines der eigenständigsten und lebendigsten Architekturinstitute weltweit, als Rohdiamant hochgeschätzt in der dünnen Luft jener Architekten und Architektinnen, die Architektur ordentlich unterrichten wollen, -nicht ohne den Versuch selbst außerordentliche Architektur zu planen und zu bauen.  Lehre ohne forschungsgeleitete Praxis wird als inhaltslos und fehlgesteuert abgelehnt. Niemand soll den Anspruch stellen, Architektur unterrichten zu können, ohne selbst Architektur planen und bauen zu wollen. Volker Giencke wird die Universität Innsbruck mit Ende 2015 verlassen. Anlass genug, ihm und dem Team des ./studio3 Anerkennung zu zollen. Das wird einerseits durch die Rauminstallation im Adambräu geschehen, andrerseits durch ein dichtes Programm an Veranstaltungen, initiiert und organisiert vom ./studio3.

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Rauminstallation im aut. Architektur und Tirol, Adambräu, Lois-Welzenbacher-Platz 1, Innsbruck.
Ausstellung vom 20.3. bis 27.6.2015


(./studio 3)