Dokument mit historischem Wert

In einer Vitrine vor dem Büro der Dekanin der Fakultät für Volkswirtschaft und Statistik ist ein Schreiben ausgestellt, das der bekannte österreichische Nationalökonom Eugen Böhm-Bawerk als Dekan der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät verfasst hat. Das Dokument wurde von der Uni Innsbruck kürzlich angekauft.
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Bild: Das von Böhm-Bawerk persönlich unterzeichnete Schreiben.

In dem Dokument gratulierte Eugen Böhm, Ritter von Bawerk, Ende 1888 in seiner Eigenschaft als Dekan der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck dem Leipziger Professor des römischen Rechts Adolf Schmidt (1815-1903) zu dessen fünfzigjährigem Doktorjubiläum. Das Schreiben ist von Böhm-Bawerk persönlich gezeichnet.

Eugen Böhm-Bawerk (1851-1914) lehrte zwischen 1880 und 1889 an der Universität Innsbruck als Professor für politische Ökonomie. In seinen Innsbrucker Jahren erschien sein zweibändiges Hauptwerk „Kapital und Kapitalzins“ (1884, 1889). Im Studienjahr 1888/89 war Böhm-Bawerk Dekan der Innsbrucker Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät. 1889 trat Böhm-Bawerk ins Finanzministerium ein und führte die große Reform der Personal- und Erwerbssteuern durch. In den Jahren 1895, 1897 und 1900 wurde er zum Finanzminister ernannt. Anschließend übernahm er eine Professur an der Universität Wien und gehörte der Akademie der Wissenschaften an, deren Präsident er 1911 wurde. Böhm-Bawerk starb 1914 unerwartet während eines Ferienaufenthaltes in Tirol. Er gilt heute als Wegbereiter der modernen Wirtschaftstheorie und Mitbegründer der so genannten Österreichischen Schule der Nationalökonomie.

Die sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten der Uni Innsbruck erinnern seit den 1980er-Jahren mit der jährlich stattfindenden Böhm-Bawerk-Vorlesung an den Wissenschaftler. Die Liste der Vortragenden liest sich dabei wie das „Who is who“ der Wirtschaftswissenschaften. Auch wurde der Platz vor dem SoWi-Gebäude nach Böhm-Bawerk benannt.