Nationalbank-Gouverneur zu Gast

Zum Start einer neuen Vortragsreihe der Fakultät für Betriebswirtschaft gab der Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, Ewald Nowotny, am Mittwoch in der vollbesetzen SoWi-Aula einen Einblick in die aktuellen Probleme der Geld- und Währungspolitik.
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Der Vortrag von ÖNB-Gouverneur Ewald Nowotny war der Startpunkt für die neue Vortragsreihe „Business Leaders Lecture Series“, in der höchstrangige Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Institutionen an die Universität Innsbruck geholt werden sollen, sagte der Dekan der betriebswirtschaftlichen Fakultät, Matthias Bank, bei der Begrüßung. Der in Vertretung des erkrankten Rektors gekommene Vizerektor für Personal, Wolfgang Meixner, beglückwünschte die Fakultät zu dieser Initiative. Es sei sehr begrüßenswert, auf diese Weise praktisches Alltagswissen in die Lehre einzubinden. Ewald Nowotny kam nach sechs Jahren wieder nach Innsbruck. Kurz nach seinem Amtsantritt in der Nationalbank hatte er damals das Neujahrsgespräch mit Ausführungen über die Auswirkungen der Finanzkrise bestritten.

In seinem aktuellen Vortrag machte der ÖNB-Gouverneur auf die starken Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft und das derzeit herrschende Deflationsrisiko aufmerksam. Nowotny stellte die den Notenbanken zur Verfügung stehenden Instrumente für die Geldpolitik vor, machte aber auch deutlich, dass deren Wirkung in der aktuellen Situation nur ein begrenzte sei. „Die expansive Geldpolitik ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für wirtschaftliche Expansion“, sagte der Vortragende. Die Geldpolitik spiele eine wichtige Rolle, allein aber könne sie die Situation nicht ändern.

Nowotny sprach auch die geänderten Bedingungen für die Bankenaufsicht an, mit denen die Aufsicht von den nationalen Institutionen auf die Europäische Notenbank übergegangen ist. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Europas bewertete Nowotny zum Abschluss sehr vorsichtig. Sie sei vor allem auch vom Ölpreis abhängig. Griechenland sorge außerdem derzeit für Nervosität. Hier herrsche enormer Zeitdruck. Aus einer langfristigen Perspektive müsse aber berücksichtigt werden, dass die Eurozone noch eine sehr junge Einrichtung sei. Die große Linie sei jedenfalls die europäische Integration, die weiterentwickelt und gefestigt werden müsse. Das sei auch seine ganz persönliche Motivation.

(Christian Flatz)

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