Forschungspartner baut aus

Die Forschungstochter des deutschen Pharmaunternehmens Bionorica ist ein wichtiger Kooperationspartner der Innsbrucker Universitäten. Zehn Jahre nach der Gründung des Unternehmens in Tirol erweitert die Firma ihren Standort und verdoppelt dabei die zur Verfügung stehenden Laborflächen.
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Bild: Bionorica

Bionorica ist der deutsche Marktführer für apothekenpflichtige pflanzliche Arzneistoffe. Seine Forschungstochter in Innsbruck ist auf die Analytik von Heilpflanzen spezialisiert und verdoppelt nun nach zehn Jahren die technischen Kapazitäten. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen 29 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In den vergangenen Jahren wurden nach Angaben des Unternehmens 30 Millionen Euro in moderne Laborausstattung und Forschungsprojekte am Standort Innsbruck investiert. „Unser Ziel ist es, die Heilkräfte der Natur mit den neuesten wissenschaftlichen Methoden und innovativer Technik zu erforschen. Diesen zukunftsweisenden Zweig der Pharmazie nennen wir Phytoneering. Mit den neuen Forschungslaboren in Innsbruck setzen wir nun den nächsten Meilenstein und bekräftigen unser Bekenntnis zum langjährigen Engagement von Bionorica am Standort Tirol“, sagte der Eigentümer, Michael Popp, bei der Eröffnung am 13. Jänner. Seinen Sitz hat das Unternehmen im Science Park am Mitterweg.

Wirtschaft und Wissenschaft

Wichtigste Forschungspartner in Innsbruck sind das Institut für Analytische Chemie und Radiochemie der Universität Innsbruck und das Austrian Drug Screening Institute (ADSI). Deren Leiter, Günther Bonn, unterstrich bei der Eröffnung die Bedeutung der Kooperation zwischen Universitäten und Wirtschaft: „Österreich hat in der Grundlagenforschung noch immer einen exzellenten Ruf in der Welt. Was uns fehlt, ist die Umsetzung der universitären Forschung in innovative Produkte. Neben gut ausgestatteten Universitäten braucht es dafür Partner in der Wirtschaft. Ich bin froh, mit Bionorica einen solchen langjährigen und erfolgreichen Partner in Tirol zu haben“, erklärte Bonn. Landeshauptmann Günther Platter gratulierte Bionorica zu der erfolgreichen Entwicklung der vergangenen Jahre. „Bionorica ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass in Tirol sehr viel wirtschaftliches Potential in der Zusammenarbeit zwischen den Universitäten und forschenden Unternehmen besteht.“

Größte Apotheke der Welt

Gemeinsam mit dem Institut für Analytische Chemie und Radiochemie hat das Forschungsunternehmen vor kurzem eine neue Technologie, die Nah-Infrarot-Spektroskopie zur effizienten Identitäts- und Gehaltsprüfung an Pflanzen und Fertigarzneimitteln in Innsbruck entwickelt und erfolgreich in der Qualitätskontrolle und pharmakologischen Forschung etabliert. Gemeinsam mit dem ADSI werden derzeit über 100 verschiedene Heilpflanzen mit modernsten Screening-Verfahren analysiert. Dabei geht es um die systemische Suche nach neuen Wirkstoffen für Krankheiten, wie das Metabolische Syndrom oder Diabetes. „Die Natur ist die größte Apotheke der Welt. Mit unserer Forschung in Tirol tragen wir dazu bei, die Wirkstoffkomplexität von Pflanzen besser zu verstehen und damit den heilenden Kräften der Natur auf die Spur zu kommen“, sagte Popp.

(Christian Flatz)