Schule im Austausch mit Wissenschaft, Wirtschaft und NGOs

Seit über einem Jahr begleitet das Forschungszentrum alpS gemeinsam mit dem Institut für Geographie der Uni Innsbruck und der TIWAG Schulen, Schulklassen und SchülerInnen quer durch ganz Tirol bei ihren eigenen Forschungsprojekten zum Thema Klimawandel und Energiewende. Am 18. Dezember trafen sich SchülerInnen und ExpertInnen unter dem Motto „School meets Science and Practice II".
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Bild: SchülerInnen der BHAK/BHAS Lienz besuchten die Uni Innsbruck, um sich mit ExpertInnen über Themen wie Energie und Klimawandel auszutauschen.

Dem Ansatz des „Forschenden Lernens“ folgend durchlaufen die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Projekte einen gesamten Forschungsprozess von der Formulierung der Forschungsfrage über die Datenerhebung und -auswertung bis hin zur Publikation und Diskussion ihrer Ergebnisse. Dabei soll nicht nur das Klima- und Energiebewusstsein der Schülerinnen und Schüler geschärft und Handlungsmöglichkeiten sowie -notwendigkeiten aufgezeigt werden, sondern es gilt dabei auch Forschungslücken zu schließen. Denn Klimawandel und Verknappung fossiler Ressourcen setzen Menschen und ihren lokalen Lebensraum unter Anpassungsdruck. Insbesondere für zukünftige Generationen gilt es daher, das eigene Handeln auf die veränderten Rahmenbedingungen flexibel anzupassen und nach Chancen und Risiken zu suchen. Bislang jedoch gibt es kaum Konzepte zur Förderung dieses Bewusstseins. Auch das soll das Projekt daher ändern. „Die Arbeit mit jungen Menschen liegt uns besonders am Herzen. Wir möchten ihnen mit unseren Projekten Kompetenzen vermitteln, die den Schülerinnen und Schülern bereits möglichst früh eine aktive und eigenständige Gestaltung ihres künftigen Lebens ermöglicht., ihr Leben künftig aktiv und selbstständig gestalten zu können“, sagt Lars Keller vom Institut für Geographie, wissenschaftlicher Leiter der Projekte.

TripleA – Action for Adaption Awareness

Waren es im Schuljahr 2013/14 Schülerinnen und Schüler aus Nordtirol, so ist alpS mit Partnern im Rahmen des Projektes TripleA im Schuljahr 2014/15 an der BHAK/BHAS Lienz in Osttirol tätig. Am 21.10.2014 hat das Projekt TripleA mit einem vierstündigen Kick-off Workshop an der BHAK/BHAS Lienz offiziell begonnen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde begaben sich 28 Schülerinnen und Schüler auf Fotosafari und Meinungsumfrage zu den Themen „Klimawandel & Energiewende". Im und rund um das Schulgebäude herum wurden die Themen Klimaschutz, Energiesparen, Erneuerbare Energien, usw. fotographisch festgehalten sowie MitschülerInnen, LehrerInnen und PassantInnen dazu befragt.  Die gesammelten Daten wurden dann am Laptop ausgewertet und die Ergebnisse mit Kurzvorträgen präsentiert und diskutiert. Am 18.11. dann arbeiteten sich die SchülerInnen in einem Workshop an der Schule ins Thema „Klimawandel & Energiewende" ein, um im Anschluss daran das TIWAG Kraftwerk Amlach zu besuchen. Begleitet wurden die Jugendlichen dabei von Maximilian Riede, der sich im Rahmen seiner Tätigkeiten bei alpS und am Institut für Geographie bereits seit mehreren Jahren intensiv um den wissenschaftlichen Austausch zwischen SchülerInnen und WissenschaftlerInnen in verschiedensten Projekten bemüht.

Besuch an der Uni

Einen ersten Höhepunkt bildete nun der Austausch mit Wissenschaft, Wirtschaft und NGOs im Rahmen der Veranstaltung „School meets Science and Practice II“ am 18.12.2014 in der Aula der Universität Innsbruck. Dabei hatten die SchülerInnen die Gelegenheit, ihre eigenen ersten Forschungsfragen mit VertreterInnen von Wissenschaft, Wirtschaft und NGOs im Rahmen von Workshops zu diskutieren und zu verfeinern. „Es gibt keine dummen Fragen, außer die, die nicht gestellt werden“, gab Lars Keller in seiner kurzen Keynote zur Einstimmung auf die folgenden Workshops mit den ExpertInnen den Jugendlichen mit. „Der Dialog mit den jungen Menschen ist uns sehr wichtig“, ergänzte Michiko Hama, operative wissenschaftliche Leiterin von alpS in ihren kurzen einführenden Worten. „Dieser Austausch ist nicht zuletzt auch für uns inspirierend, zum Beispiel im Hinblick auf neue Projektideen“.Die SchülerInnen erhielten dann die Gelegenheit ihre Forschungsfragen in kleinen Workshops zusammen mit ExpertInnen aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Kleidung, Konsumverhalten oder internationaler Handel zu besprechen. Dabei standen folgende ExpertInnen den SchülerInnen zur Verfügung:

Klimawandel und Erneuerbare Energien

Dipl. Ing. Michael Zoglauer (Experte Energiewirtschaft, TIWAG)

Dipl-Ing. Peter Feichtinger  (Energie Tirol)

 

Was hat unsere Bekleidung mit dem Klimawandel zu tun?

Mag. Veronika Knapp (Südwind)

Dipl. Ing. Johannes Münsch (Universität Innsbruck, Fakultät für Architektur)

 

Klimawandel - Ernährung – Konsumverhalten

Mag.a Gudrun Pechtl (Innovation & Nachhaltigkeit MPreis)

Mag. Christoph Furtschegger (Universität Innsbruck, Institut für Soziologie)

 

Klimawandel und Wirtschaft - Schwerpunkt Internationaler Handel

Dipl.Ing. Mag. Ekkehard Allinger-Csollisch (Klimaschutzbeauftragter Land Tirol)

Dr. Kristin Richter (Universität Innsbruck - Institut für Meteorologie und Geophysik)

Nach dem Austausch mit ExpertInnen und der Verfeinerung der Forschungsfragen werden die SchülerInnen nun mit der Datenerhebung beginnen. Nach der Auswertung der für die jeweiligen Fragen relevanten Daten werden die Ergebnisse der einzelnen Gruppen im kommenden Jahr der Öffentlichkeit präsentiert werden.


(red / Uschi Schwarzl)