Vier aus fünf: Uni-Erfolge beim CAST Technology Award

CAST und Kooperationspartner transidee suchten nach zündenden und innovativen Geschäftsideen an den Tiroler Universitäten und Fachhochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Anfang November wurden die fünf Forschungsergebnisse mit dem größten Marktpotenzial in der Zentrale der Hypo Tirol ausgezeichnet, vier davon mit Wurzeln an der Uni Innsbruck.
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Bild: Alle Preisträgerinnen und Preisträger des CAST Technology Award 2014. (Foto: © CAST/Emanuel Kaser)

Die Einreichungen beim CAST Technology Award wurden von einer Jury bestehend aus Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Fachbereichen bewertet. Die Kriterien Marktpotenzial, Innovationskraft, Kundennutzen, Wettbewerbssituation und wirtschaftliche Realisierbarkeit mussten von den teilnehmenden Projekten erfüllt werden, mit Geldpreisen in Gesamthöhe von 6.300 Euro wurden jene Projekte prämiert, denen die besten Chancen auf wirtschaftliche Umsetzung eingeräumt werden. Neben den Plätzen 1 bis 3 wurden von der Jury zwei 4. Plätze vergeben. Unter den PreisträgerInnen waren in diesem Jahr vier Teams der Universität Innsbruck und ein Team des Management Center Innsbruck (MCI).

Preisträgerinnen und Preisträger

Den ersten Platz mit 3.000 Euro Preisgeld belegten Prof. Dr.-Ing. Jürgen Feix und Dr. techn. Mario Hansl vom Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften der Universität Innsbruck. Sie entwickeln eine direkt befahrbare Aufbetonschicht (DBT-Aufbeton), die mit einer oberflächennahen textilen Bewehrung aus Carbonfasern versehen wird. Diese Schicht kann als Verstärkungs- und Instandsetzungsmaßnahme auf bestehende Straßenbrücken aufgetragen werden. Die Preisträger betonen, dass die für den Straßenverkehr relevanten Brücken in Österreich ein Alter zwischen 30 und 50 Jahren haben, zudem steigt die Nutzung der Straßen durch den LKW-Verkehr stetig an. Der DBT-Aufbeton stellt eine Lösung für die kosteneffiziente, ressourcenschonende und dauerhafte Sanierung von Brücken dar, um den gegenwärtigen und zukünftigen Anforderungen des Straßenverkehrs gerecht zu werden.

Der zweite Platz mit 1.500 Euro Preisgeld ging an Dipl.-Ing (FH) Thomas Obholzer und Ing. Ronald Stärz, BSc. Das Team vom MCI (Umwelt-, Verfahrens- & Energietechnik und Mechatronik - Maschinenbau) entwickelte nivosus, ein System zur Nachrüstung von herkömmlichen Schneekanonen, welches „Champagne-Powder“ – einen extrem trockenen Schnee – für die heimischen Pisten verspricht. Zudem kann die Neuentwicklung die Produktion von größeren Schneemengen bei gleichem Wasserverbrauch, länger haltbaren Schnee und die Erzeugung von Schnee bei höheren Temperaturen, als dies bisher möglich war, gewährleisten.

Den mit 800 Euro dotierten dritten Platz belegte eine innovative Hochtemperatur-Reaktionszelle. Die von Mag.a Eva-Maria Köck im Rahmen ihrer Dissertation am Institut für physikalische Chemie der Universität Innsbruck entwickelte Zelle ermöglicht es, chemische Reaktionen unter sehr hohen Temperaturbedingungen (bis zu 1.000 °C) ablaufen zu lassen und gleichzeitig eine Infrarotspektroskopie durchzuführen. Die Infrarotspektroskopie kommt vor allem bei der Charakterisierung von Oberflächenrektionen zum Einsatz, wie sie beispielsweise bei der Erforschung der Brennstoffzelle von Bedeutung sind.

Antonio J. Roa-Valverde, Semantic Technology Institute (STI) Innsbruck, hat mit elearnity eine außergewöhnliche Lernplattform entwickelt. Elearnity ermöglicht den Lehrenden, den Lernfortschritt und die Aktivitäten der Studenten aktiv mit zu verfolgen. Er belegt den mit 500 Euro dotierten vierten Platz. Das Unterrichtsprogramm kann so den Bedürfnissen der Klasse oder auch einzelnen Personen angepasst werden, so sollen Motivation und Lernoutput erhöht werden. Den zweiten 4. Platz zu 500 Euro belegten Carolin Schobloch, BSc und Desirée Artmann, MSc, Institut für Mikrobiologie der Universität Innsbruck, mit dem Projekt  MetaFiltREX. MetaFiltREX ist eine Analysemethode zur Erfassung von Stoffwechselprodukten von filamentösen Pilzen (Schimmelpilzen). Diese Methode stellt einen Beitrag zur standardisierten Probenbearbeitung von filamentösen Pilzen dar und greift die Nachfrage nach einer experimentellen Standardisierung von Untersuchungen zur besseren Vergleichbarkeit auf. Neben dem Vorteil der Standardisierung von Proben soll MetaFiltREX dazu beitragen biotechnologische Produktionsprozesse, wie sie beispielsweise bei der Herstellung von Antibiotika, in der Lebensmittelindustrie oder in der Abwasserwirtschaft zum Einsatz kommen, besser zu verstehen und zu optimieren.

Auf dem Weg zum Unternehmen

Für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des CAST technology award 2014 – ungeachtet dessen, ob sie prämiert wurden oder nicht – besteht im nächsten Schritt die Möglichkeit, kostenlose Beratung und aktive Unterstützung beim CAST Gründungszentrum zu bekommen. Nicht nur, wenn es um die Gründung eines Unternehmens geht, auch im Hinblick auf den Schutz der eigenen Idee stehen die Expertinnen und Experten des CAST mit persönlicher Beratung und Coaching zur Verfügung. Mit dem CAST technology award sucht das CAST gemeinsam mit dem Kooperationspartner transidee in regelmäßigen Abständen Geschäftsideen zur wirtschaftlichen Verwertung von Entwicklungen, Erfindungen und Forschungsergebnissen aus allen Technologiebereichen. Teilnahmeberechtigt sind wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Tiroler Universitäten und Fachhochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Prämiert werden jene Ideen mit der besten Chance auf erfolgreiche, wirtschaftliche Umsetzung.

(CAST/red)