Auszeichnungen für hervorragende Forschung

Die Historikerin Brigitte Mazohl und der Althistoriker Christoph Ulf wurden am Freitag mit dem Wissenschaftspreis für außergewöhnliche Forschungsleistungen der Stiftung Südtiroler Sparkasse ausgezeichnet. Eine weitere Forscherin und drei Forscher der Universität Innsbruck erhielten Forschungspreise.
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Bild: Brigitte Mazohl und Christoph Ulf wurden mit dem Wissenschaftspreis der Südtiroler Sparkasse ausgezeichnet.

Karl Franz Pichler, Präsident der Stiftung Südtiroler Sparkasse, überreichte vergangenen Freitag im Archäologischen Museum im Hauptgebäude der Universität Innsbruck die Wissenschaftspreise der Südtiroler Sparkasse an Univ.-Prof. Mag. Dr. Christoph Ulf vom Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik und an o. Univ.-Prof. Dr. Brigitte Mazohl vom Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie. Der Preis ist mit je 5.000 Euro dotiert.

In ihren Grußworten dankten sowohl Rektor Tilmann Märk als auch Forschungs-Vizerektorin Sabine Schindler der Stiftung Südtiroler Sparkasse und ihrem Präsidenten für die großzügige Unterstützung, die der Universität Innsbruck nicht zuletzt mit diesem Preis nun schon seit mehreren Jahren zuteil wird. Mit einer Stiftungsprofessur am Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ehtnologie unterstützt die Stiftung die Universität seit eineinhalb Jahren ebenfalls. Rektor Tilmann Märk betonte auch die große Bedeutung derartiger öffentlicher Auszeichnungen von Forschungsleistungen für die Wertschätzung und Motivation der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ohne Unterstützer wie die Stiftung Südtiroler Sparkasse nicht möglich wäre.

Die Ausgezeichneten

Die Forschungsschwerpunkte der Historikerin Brigitte Mazohl liegen im Rahmen der österreichischen, deutschen und italienischen Geschichte in der Zeit zwischen dem 18. Jahrhundert und dem Ersten Weltkrieg und betreffen insbesondere Fragen von Recht, Verwaltung und Politik, von Herrschaft und Kommunikation. Als eine der frühesten Vertreterinnen einer feministisch orientierten Geschichtswissenschaft hat sie auch zahlreiche Arbeiten zur Frauen- und Geschlechtergeschichte veröffentlicht.

Brigitte Mazohl ist seit 1993 ordentliche Universitätsprofessorin an der Universität Innsbruck. Neben zahlreichen Positionen in der universitären Selbstverwaltung, die sie über die Jahre innehatte – sie war viele Jahre Mitglied im akademischen Senat der Universität und war langjährige Leiterin des Instituts für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie –, ist sie seit März 2014 gemeinsam mit Christoph Ulf Sprecherin des Forschungsschwerpunkts „Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte“. Sie ist außerdem wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und übt seit Juli 2013 das Amt einer Präsidentin der Philosophisch-Historischen Klasse an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften aus.

Der Altertumswissenschaftler Christoph Ulf erlangte vor allem mit seinen Forschungen zur Gesellschaft im archaischen Griechenland internationales Renommee. Analytisches Erfassen von komplexen sozio-kulturellen Zusammenhängen kennzeichnet sein wissenschaftliches Arbeiten und seinen Stil in der Lehre. Mit dem Anspruch, methodisch-theoretische Überlegungen in der althistorischen Praxis darzulegen, hat er Studierende fortlaufend ermuntert, eine kritische Haltung gegenüber Denktraditionen einzunehmen.

Christoph Ulf ist seit 1988 an der Universität Innsbruck, seit 2002 als ordentlicher Professor für Alte Geschichte. Ulf war mehrere Jahre Leiter des Instituts für Alte Geschichte und Altorientalistik, viele Jahre im Senat tätig und bekleidete das Amt des Dekans der Philosophisch-Historischen Fakultät. Während seiner gesamten Karriere war Ulf bemüht, die Alte Geschichte in Innsbruck national und international zu vernetzen. Dabei prägte vor allem der Blick über die eigene Fachgrenze sein wissenschaftliches Arbeiten und sein Verständnis von Universität, die weniger in starren Forschungstraditionen, sondern vielmehr zu gesellschaftspolitisch beutenden Themenfeldern strukturiert sein sollte. Er ist gemeinsam mit Brigitte Mazohl Sprecher des Forschungsschwerpunkts „Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte“ der Universität Innsbruck.

Forschungspreise erhielten (von links nach rechts) Thomas Lörting, Michaela Ralser, Ben Marzeion und Michael Kirchler.

Forschungspreise erhielten (von links nach rechts) Thomas Lörting, Michaela Ralser, Ben Marzeion und Michael Kirchler.

 

Forschungspreise und Stipendien

Die Forschungspreise der Stiftung Südtiroler Sparkasse in der Höhe von je 2.500 Euro gingen an Univ.-Prof. Dr. Michael Kirchler vom Institut für Banken und Finanzen, ao. Univ.-Prof. Dr. Michaela Ralser vom Institut für Erziehungswissenschaft, assoz. Prof. Dr. Thomas Lörting vom Institut für Physikalische Chemie und an assoz. Prof. Mag. Dr. Ben Marzeion vom Institut für Meteorologie und Geophysik.

Wie in jedem Jahr überreichte der Präsident der Stiftung Südtiroler Sparkasse, Karl Franz Pichler, Rektor Tilmann Märk auch einen großzügigen Scheck  zur Unterstützung von Dissertantinnen und Dissertanten an der Universität Innsbruck.

(sh)