Handwerk auf akademischem Niveau

Am 9. September 2014 wurden in der Aula der Universität Innsbruck die Zertifikate für den Universitätskurs „Restaurierung historischer Kachelöfen“ verliehen. Zum ersten Mal konnten sich Handwerksmeister und Studierende der Kunstgeschichte und Archäologie in einem Weiterbildungskurs austauschen.
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Bild: Am 9. September wurden in der Aula im Universitätshauptgebäude die Diplome an alle, die den Kurs erfolgreich absolviert haben, verliehen.

Im Mittelpunkt des Universitätskurses „Restaurierung historischer Kachelöfen“ stand der wechselseitige Austausch von Theorie und Praxis. Über drei Semester konnten Hafner- bzw. Keramikmeister und Studierende der Kunstgeschichte und Archäologie wechselseitig vom praktischen und theoretischen Wissen zur professionellen Restaurierung historischer Öfen profitieren. Bisher gab es weder für Studierende noch für Berufstätige eine passende Weiterbildung in diesem Bereich, was den Universitätskurs in dieser Form einzigartig macht. Erstmalig kam es zu einer internationalen Zusammenarbeit von Museen, Depots, Denkmalämter, Universität und Innung auf diesem Gebiet.

Vorgeschichte

Im Jahr 2010 entstand die Idee, eine Kooperation zwischen Handwerk und Universität herzustellen. Initiatoren waren Univ.-Prof. Dr. Harald Stadler, Leiter des Instituts für Archäologien an der Universität Innsbruck, und Erich Moser, Landesinnungsmeister der Hafner und Keramiker in Tirol. Der steigende Bedarf an fachmännisch restaurierten Kachelöfen, die fehlende kontinuierliche Weiterbildung auf wissenschaftlicher Basis sowie die ergänzende Praxis in handwerklicher Arbeitsweise waren die Beweggründe für ihre Initiative. Nach mehreren Treffen von Innungsmeistern aus Nordtirol, Südtirol und Vorarlberg mit VertreterInnen von Museen aus ganz Österreich und mit MitarbeiterInnen von Denkmalämtern aus Nord- und Südtirol wurde der Entschluss gefasst, zusammen mit der Koordinationsstelle für universitäre Weiterbildung den Universitätskurs „Restaurierung historischer Öfen“ einzurichten.

Feierliche Verleihung der Zertifikate

In Anwesenheit von Angehörigen, FreundInnen, Lehrenden und von Prominenz aus Wissenschaft und Wirtschaft nahmen die erfolgreichen AbsolventInnen ihre Diplome von Vizerektor o. Univ.-Prof. Roland Psenner entgegen. Die ausgezeichneten Leistungen sind nicht nur eine persönliche Bereicherung sondern bedeuten auch einen großen Fortschritt in interdisziplinärer und regionaler Zusammenarbeit, Qualitätssteigerung und Weiterbildungsmöglichkeiten. Eine Fortführung ist nicht nur von Seiten der AbsolventInnen, die sich vehement dafür aussprechen, erstrebenswert. Auch o. Univ.-Prof. Dr.Karlheinz Töchterle, der einige Worte an die Anwesenden richtete, betont: „Hier wurde eine schöne Idee geboren, ich wünsche ihr – im engen, wie im weiten Sinn – zahlreiche Nachfolger.“

(Andrea Spiegl, Koordinationsstelle für universitäre Weiterbildung)

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