Erster M+A Vertragswettbewerb

Im Sommersemester 2014 veranstaltete ELSA Innsbruck zum ersten Mal die ELSA Seal the Deal: the M+A Contract Competition. Dabei handelt es sich um einen fiktiven Mergers + Acquisitions Deal, der samt Vertragserstellung und nachträglicher Verhandlung von den teilnehmenden Studierenden gemeistert werden musste.
m-a_verhandlung_400x306.jpg
Bild: Manchmal kompromissbereit, mitunter auch eisern wurde verhandelt.

Eines der Ziele von ELSA Innsbruck ist es, den Studierenden die Möglichkeit zu bieten praxisnahe Einblicke und Erfahrungen neben der juristischen Ausbildung an der Universität zu sammeln. Das wichtigste Instrument sind dabei Veranstaltungen, bei denen ELSA Persönlichkeiten aus der juristischen Praxis mit interessierten StudentInnen zusammenbringt, welche dann die Chance haben, das in der Theorie Erlernte in die Praxis umzusetzen. ELSA ermöglicht darüber hinaus die Entwicklung und Förderung von für die Berufspraxis entscheidenden Soft Skills und Fertigkeiten, die so nicht im Studium erworben werden können.

Im Sommersemester 2014 veranstaltete ELSA Innsbruck zum ersten Mal die ELSA Seal the Deal: the M&A Contract Competition an der Innsbrucker Universität. Die vier teilnehmenden Teams, bestehend aus jeweils drei StudentInnen, erhielten Anfang März 2014 das von Schönherr Rechtsanwälte vorgegebene Vertragsskelett sowie die geheimen Interessen des jeweiligen Mandanten. Nach dem Pilotprojekt von ELSA Wien in Kooperation mit dem Institut für Unternehmensrecht des Juridicums Wien im Jahre 2012/2013 rief ELSA Österreich diese Projekt auf eine bundesweite Ebene. Zum ersten Mal wurde heuer an fünf rechtswissenschaftlichen Fakultäten in Österreich mit insgesamt 24 Studierendenteams derselbe M&A Deal ausgearbeitet und verhandelt. „Viele Teilnehmer sind erstmals mit dem Verfassen eines Vertrages befasst, also einer Kernaufgabe in den meisten juristischen Tätigkeitsfeldern. Die Teilnahme an der Vertragsverhandlung stärkt rhetorische Fähigkeiten und Verhandlungsgeschick. Nach meinem persönlichen Eindruck ist eine solche Veranstaltung für die teilnehmenden Studierenden (aber auch für mich als „Schiedsrichter“) ein besonderes Erlebnis und ein bereicherndes Element“, sagte Univ.-Prof. Dr. Alexander Schopper, Vortragender und Jurymitglied.

Im Anschluss hatten die Teams, aufgeteilt in Käufer- und Verkäuferseite, jeweils vier Wochen Zeit ihre Verträge auszuarbeiten. Zu Beginn der Veranstaltung erhielten die StudentInnen praxisnahe Einblicke in die steuerrechtlichen (Vortrag durch EY: Mag. Johannes Volpini, LL.M) sowie unternehmensrechtlichen Aspekte (Vortrag durch Greiter, Pegger, Kofler Rechtsanwälte: MMMag. Barbara Egger-Russe sowie durch Univ.-Prof. Mag. Dr. Alexander Schopper) einer Transaktion.
Während der Vertragserstellung wurden die Innsbrucker StudentInnenteams von renommierten Kanzleien aus dem Raum Tirol (Knoflach, Kroker, Tonini & Partners Rechtsanwälte; Warbek Rechtsanwälte; CHG Rechtsanwälte) und Vorarlberg (Thurnher, Wittwer, Pfefferkorn Rechtsanwälte) betreut und begleitet.

Der Höhepunkt der Veranstaltung, die mündliche Verhandlung der Verträge, fand am 18. Juni im UNO-Saal statt. Dabei wurden fünf von den Teams ausgewählte Mark-Ups vor einer hochkarätig besetzten Jury (Univ.-Prof. Dr. Alexander Schopper – Universität Innsbruck, RA Dr. Georg Huber, LL.M. – Greiter, Pegger, Kofler Rechtsanwälte und Mag. Andreas Kapferer, LL.M. – Deloitte) manchmal kompromissbereit, mitunter eisern innerhalb eines Zeitrahmens von 1,5 Stunden verhandelt.

Für die Bewertung waren neben rein juristischen Kriterien, wie z.B. die Berücksichtigung der Interessen des eigenen Mandanten und juristische Genauigkeit auch Soft Skills, wie Kompromissfähigkeit und sprachlicher Ausdruck, relevant. Dabei erhielten die Teams nach jeder Verhandlungsrunde praxisnahe Feedbacks, die erkennen ließen, dass der Unterschied zwischen den Leistungen der Teams und echten M&A-Verhandlungen oft nicht allzu groß war.

Die Rückmeldungen der Studierenden sowie der Jury waren, trotz der fordernden Rechtsmaterie, durchwegs positiv. Die Betreuer waren von den Leistungen und der Motivation der Teams und die Teilnehmenden von ihrer eigenen Lernkurve überaus begeistert. ELSA Innsbruck freut sich darauf im Wintersemester 2014 dieses Projekt abermals an der Universität Innsbruck gemeinsam mit unseren alten und neu gewonnenen Partnern zu veranstalten. Um den fulminanten Erfolg dieser bundesweit ersten Auflage der ELSA Seal the Deal: the M&A Contract Competition noch zu steigern, wird ELSA im kommenden Sommersemester 2015 für die nächste M&A Contract Competition auch ein Bundesfinale für die Siegerteams aus allen Fakultäten veranstalten.

Wir freuen uns Teil dieser Veranstaltung gewesen zu sein und sehen der ELSA Seal the Deal M&A Contract Competition im kommenden Wintersemester 2014/15 mit Freude entgegen.

(Bernhard Rankl)