Übersetzen im Dienste der Raeter

„Ein Mikrobiologe und eine Translationswissenschaftlerin treffen sich am Flughafen…“ – Was auf den ersten Blick ein Studentenwitz für Insider zu werden scheint, war in Wirklichkeit der Beginn einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Translationswissenschaft und dem Raetermuseum in Birgitz, die in den letzten Monaten archäologisch-museale Früchte getragen hat.
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Bild: Lokalaugenschein am Archäologie-Lehrpfad auf der Hohen Birga. Prof. Kurt Haselwandter führt die Studierenden durch das Gelände und gab ihnen wertvolles Fachwissen für ihre Übersetzungen mit auf den Weg. (Foto: Saverio Carpentieri)

Wenn man an die Antike in Mitteleuropa denkt, sind es meist Römer, Germanen oder Kelten, die sich vor unserem geistigen Auge tummeln und das Geschehen dort bestimmen. Ein kleines, aber für die Geschichte des Alpenraums nicht unwesentliches Volk wird dabei immer wieder vergessen: die Raeter. Um dem entgegenzuwirken, wurde am 23. Mai 2013 vom „Verein Archaeotop Hohe Birga“ das Raetermuseum in Birgitz eröffnet. Zielsetzung: das faszinierende Alpenvolk nicht nur einheimischen, sondern auch internationalen Gästen näherzubringen. So wurde von Dr. Irmgard Rieder (INTRAWI) und dem Vereinsobmann Prof. Kurt Haselwandter am Flughafen Korfu das Fundament einer Kooperation mit dem Institut für Translationswissenschaft (INTRAWI) gelegt. Es sollten Übersetzungen der Medienpräsentationen für Erwachsene und Kinder sowie zweier Quizversionen ins Französische und ins Italienische angefertigt werden.

Beim Projektabschluss im INTRAWI, links Mag. Saverio Carpentieri, rechts Prof. Kurt Haselwandter vom Verein Archaeotop. Andrea Klabisch in der Mitte war als einzige Studierende an den Übersetzungen in beide Sprachen beteiligt. (Foto: Muryel Derlon)

Beim Projektabschluss im INTRAWI, links Mag. Saverio Carpentieri, rechts Prof. Kurt Haselwandter vom Verein Archaeotop. Andrea Klabisch in der Mitte war als einzige Studierende an den Übersetzungen in beide Sprachen beteiligt. (Foto: Muryel Derlon)

Den Auftakt machten die TeilnehmerInnen des Kurses Übersetzen III Deutsch > Französisch (WS 2013/14) unter der Leitung von Lic. Muryel Derlon; dann übernahmen die Studierenden des Kurses Übersetzen II Deutsch > Italienisch (SS 2014) unter der Leitung von Mag. Saverio Carpentieri. Das INTRAWI hat damit einen starken Beitrag zu einem großangelegten Projekt geleistet, an dem zuvor schon die Institute für Archäologie, Alte Geschichte, Mikrobiologie, Geologie und Germanistik gearbeitet hatten. Die beteiligten INTRAWI-Studierenden nahmen die Projektidee begeistert auf. Anstatt nur an der alljährlichen Notenjagd teilzunehmen, durften sie sich an einem realen Übersetzungsauftrag versuchen und erleben, wie ihrer Leistung die verdiente Anerkennung gezollt wird. Zwei Semester lang wurde in den Kursen diskutiert, analysiert, recherchiert und formuliert. Als erfreuliche Zugabe durften einige unserer französischen und italienischen Muttersprachler die Tonspuren für die Präsentationen in der Abteilung Neue Medien und Lerntechnologien der Universität Innsbruck aufnehmen.

Das Finale bildeten zwei Abschlussfeiern im INTRAWI, bei denen alle Beteiligten mit den Auftraggebern auf die gelungene Zusammenarbeit anstoßen konnten. Bei regem Händeschütteln, einer Urkundenübergabe an die Studierenden und einem Lächeln für die Kamera ließ man dieses Projekt feierlich ausklingen. Ein besonderer Dank gebührt dabei Hermann Weiskopf, Leiter des Tourismusbüros Axams-Axamer/Lizum-Birgitz-Grinzens, der sowohl die Exkursionen unserer INTRAWI-Studierenden nach Birgitz als auch die Buffets spendiert hat.

(Andreas Inama, BA, Institut für Translationswissenschaft)