Universitätsmuseum vermittelt Methoden der Museumspädagogik

Kürzlich konnte eine Klasse der Katholischen Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik Zams im Archäologischen Universitätsmuseum begrüßt werden. Im Rahmen der Ausbildung zu Hortpädagoginnen und -pädagogen wurden die museumspädagogischen Workshops des Museums für Kinder und Jugendliche vorgestellt.
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Bild: Angehende Hortpädagoginnen im Archäologischen Universitätsmuseum (Foto: F. M. Müller)

Seit Ende 2008 wird versucht, das Archäologische Museum Innsbruck – Sammlung von Abgüssen und Originalen der Universität verstärkt auch in eine interessierte lokale bzw. regionale Öffentlichkeit einzubinden. Neben der Funktion als Lehr- und Forschungssammlung konnte so durch eine kontinuierlich über mehrere Jahre laufende Öffentlichkeitsarbeit und ein vielseitiges Angebot bereits nach kurzer Zeit ein reger Besucherstrom erreicht werden.
Anfangs v.a. durch Beteiligung an Großveranstaltungen wie z.B. der Langen Nacht der Museen (seit 2009) oder der Langen Nacht der Forschung (seit 2008) hat das Archäologische Universitätsmuseum ein umfangreiches Angebot an Spezialführungen zur antiken Kunst- und Kulturgeschichte sowie museumspädagogische Workshops und Stationen entwickelt. Seit 2013 werden, gefördert durch das Wissenschaftsministerium, das Unterrichtsministerium, das Land Tirol und die Stadt Innsbruck, auch gezielt Programme für Schulklassen und Familien abgehalten.

Hortpädagoginnen im Universitätsmuseum

Kürzlich besuchte die 5. Klasse der Katholischen Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik Zams mit FL Julia Raich, u.a. verantwortlich für Didaktik und Praxis der Horterziehung, das Museum. Die Katholische Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik Zams bietet als berufsbildende höhere Schule neben einer fundierten Allgemeinbildung auch eine berufspraktische Ausbildung zur Kindergartenpädagogin bzw. zur Horterzieherin. Sie vermittelt sowohl die Voraussetzung für weiterführende Studien als auch das berufsspezifische Wissen und Können sowie die entsprechende pädagogische Einstellung als Voraussetzung für die Erziehungs- und Bildungsarbeit in Kindergärten und Horten. In allen Fächern wird auf berufsbezogene Inhalte besonderer Wert gelegt, die dann in der Berufspraxis umgesetzt werden können. „Wir haben im Hortdidaktikunterricht über Museumspädagogik recherchiert, da dies ja auch ein attraktives Angebot für Hortkinder wäre. Da ich gerne Theorie und Praxis verbinde, wollte ich den Schülerinnen die Möglichkeit geben, dies selbst auszuprobieren und ihnen so Ideen für ihre zukünftige Berufslaufbahn mitgeben“, berichtet FL Julia Raich über die Motivation ihres Besuches an der Universität Innsbruck. Die Klasse kam daher ins Archäologische Universitätsmuseum, um die dortigen Vermittlungsangebote und praxisnahe Museumspädagogik kennenzulernen.

Statuen, Münze, Tempel, Spiele …

Die für die Vermittlung zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums, MMag. Lukas Egger, Mag. Anna Rees Bakk. und Mag. Veronika Sossau, präsentierten eine Reihe von Stationen und Workshops. Der Weg von der Idee zur Konzeption, genauso wie der theoretische Aufbau und die praktische Umsetzung konnten dabei gezeigt werden. Besonderes Augenmerk wurde auf den Aktivteil gelegt, bei welchem die Kinder und Jugendlichen antike Münzen genauso wie kleine griechische und römische Statuetten und Reliefs abgießen können. Der Nachbau eines griechischen Tempels als Modell sowie eines römischen Brettspieles wurden ebenfalls gezeigt. Nach den Veranstaltungen können die Kinder und Jugendlichen so auch immer etwas mit nach Hause nehmen und sich an die Aktivitäten im Museum erinnern. Ziel ist es, durch die Erschließung neuer Themenfelder auch in Zukunft ein attraktives und abwechslungsreiches museumspädagogisches Programm im Museum anzubieten und Interessierten so die Welt der Antike und neueste archäologische Forschungsergebnisse näher zu bringen. „Wir freuen uns, Einblicke in unsere Arbeit und Vermittlungsmethoden geben zu können und hierbei auch schon bei zukünftigen Pädagoginnen und Pädagogen das Archäologische Universitätsmuseum als einen möglichen Besichtigungspunkt mit ihren Kindern und Jugendlichen bekannt zu machen“, erklärt Ass.-Prof. Mag. Dr. Florian Müller, der Leiter des Museums.

(Florian Martin Müller)