Verabschiedung von Prof. Hans Köchler

Am 11. Juni organisierte das Institut für Philosophie zu Ehren von Prof. Hans Köchler ein Symposium. Prof. Fred Dallmayr (USA) hielt in diesem Rahmen einen Keynote-Vortrag.
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Bild: Prof. Dallmayr inspirierte das Innsbrucker Publikum. (Foto: Felix Gorbach)

Im Jahr 1982 wurde der in Schwaz gebürtige Philosoph Hans Köchler zum Professor an der Universität Innsbruck ernannt. Von 1990 bis 2008 stand er dem Institut für Philosophie als Leiter vor. Eine Vielzahl internationaler Auszeichnungen, zwei Ehrendoktorate und über 500 Publikationen zieren seine Karriere.

Vizerektorin Sabine Schindler würdigte die Beiträge von Prof. Köchler speziell in den Bereichen Dialog der Zivilisationen und Interkulturelle Philosophie. „Schon lange vor dem 11. September hat Hans Köchler Fragen von friedlicher Koexistenz und globaler Gerechtigkeit in ihrer Bedeutung erkannt“, so die Vizerektorin für Forschung. Sein Streben nach überparteischer Perspektive mache ihn zum Philosophen im echten Sinne des Wortes.

In seiner studentischen Laudatio vermittelte Mag. Christopher Miess (Yale und London) das Bild eines „strengen, aber fairen“ akademischen Lehrers, der gerade wegen seiner internationalen Tätigkeiten und seines kosmopolitischen Horizonts geschätzt werde.

Es war ein Ausdruck seiner langen und persönlichen Verbundenheit mit Prof. Köchler, die in einer Vielzahl von Kooperationen – wie etwa im Rahmen des „World Public Forum“ – resultiert, dass Prof. Fred Dallmayr (Notre Dame University) den Weg nach Innsbruck auf sich genommen hat, um an diesem Abend den Festvortrag zu halten. Unter dem Titel „Taming Leviathan. Towards a Global Ethical Alliance“ unternahm Prof. Dallmayr eine Re-Lektüre von Hobbes’ Politischer Philosophie. Dabei betonte er die – in der Interpretation durch Vertreter der so genannten Realistischen Denkschule innerhalb der internationalen Beziehungen oft vernachlässigten – normativen ethischen Ansätze, die sich etwa in Form der Goldenen Regel in Hobbes’ „Leviathan“ finden. Prof. Dallmayr schlug mehrfach den Bogen zu gegenwärtigen Bedrohungen des Weltfriedens, sei es in Form von Einmischungen unter dem Regime-Change-Paradigma, exzessiver Spionage oder religiöser Totalitarismen. Mit seiner erfrischenden Art und seinem emphatischen Plädoyer für Friedensarbeit und eine Ethik der Reziprozität weckte der rüstige 85-Jährige beim Innsbrucker Publikum große Sympathien und Begeisterung.

Die Veranstaltung würde gefördert durch die Universität Innsbruck, die Tiroler Wasserkraft AG und die Stadt Innsbruck.

(Marie-Luisa Frick und Andreas Oberprantacher)