Sosnovsky-Preis geht an Ernst Hinteregger

Der Chemiker, Dr. Ernst Hinteregger, wurde am 16. Juni mit dem Sosnovsky-Preis 2014 ausgezeichnet. Er erhielt die mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung für seine Dissertation zur Synthese neuer Materialien unter extremen Bedingungen.
v.l.: VR Schindler, Rektor Märk, Ernst Hinteregger und Prof. Schantl. (Foto: Univeristät Innsbruck)
Bild: v.l.: VR Schindler, Rektor Märk, Ernst Hinteregger und Prof. Schantl. (Foto: Univeristät Innsbruck)

Zur feierlichen Übergabe des 15. Georg- und Christine-Sosnovsky-Preises hatten sich in diesem Jahr neben Rektor Tilmann Märk auch Forschungs-Vizerektorin Sabine Schindler und zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Fakultät für Chemie und Pharmazie zu Ehren des Preisträgers eingefunden.

Der Dekan der Fakultät für Chemie und Pharmazie, Univ.-Prof. Dr. Hubert Huppertz, der gleichzeitig auch Betreuer der Dissertation von Ernst Hinteregger war, konnte aufgrund einer anderweitigen Verpflichtung nicht anwesend sein, ließ es sich aber nicht nehmen, die Laudatio auf den Preisträger per Videobotschaft zu übermitteln.

Im Anschluss an die Laudatio überreichte Rektor Märk den Preis, Univ.-Prof. Joachim Schantl überbrachte Grüße vom Preisstifter Georg Sosnovsky bevor Ernst Hinteregger seine Doktorarbeit vorstellte.

Extreme Bedingungen

In seiner Dissertation beschäftigte sich Ernst Hinteregger mit der Synthese von neuen Materialien unter extremen Bedingungen. Sein Vorbild war dabei die Natur. „Fast die gesamte Materie unseres Planeten steht unter enormem Druck. Unter diesen extremen Bedingungen entstehen tief in der Erde Materialien mit faszinierenden Eigenschaften wie zum Beispiel Diamanten“, erklärt Ernst Hinteregger. Im Rahmen seiner Dissertation stellte er neue Materialien unter extremen Hochdruck-Bedingungen – vergleichbar mit drei Jumbo-Jets auf einer Bleistiftspitze – her und bestimmte deren Struktur mittels Röntgenbeugung. Sein Hauptaugenmerk lag bei diesen Experimenten auf den Verbindungen der Selten-Erd-Metalle mit Bor, Sauerstoff und Fluor. „Die hergestellten Materialien zeigten teilweise höchst interessante optische Eigenschaften, sind extrem hart und gegenüber Umwelteinflüssen resistent. Auf Grundlage dieser Materialeigenschaften sind zukünftige Anwendungen in der Lasertechnik oder für die Lagerung von Problemstoffen denkbar“, so der Chemiker, der zum besseren Verständnis der physikalischen Vorgänge bei Hochdrucksynthesen auch aufwändige quantenchemische Berechnungen durchführte.

Ernst Hinteregger studierte Chemie an der Universität Innsbruck. Von 2010 bis zum Abschluss seiner Dissertation 2013 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Allgemeine, Anorganische und Theoretische Chemie der Uni Innsbruck tätig. Seit Jänner 2014 arbeitet der gebürtige Kärntner als Chemiker bei der Treibacher Industrie AG in Althofen.

Preis für ChemikerInnen-Nachwuchs

Die Stifter des Preises, Dr. Christine und Professor Dr. Georg Sosnovsky, haben in den ersten Nachkriegsjahren an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Chemie studiert. Ihre berufliche Laufbahn führte Georg und Christine Sosnovsky zunächst nach Australien und später in die USA, wo sie einen Großteil ihres Berufslebens verbrachten. Anlässlich ihres Goldenen Doktorjubiläums im Jahr 1998 kamen beide nach 50 Jahren wieder nach Innsbruck und stifteten den nach ihnen benannten Preis. Dieser zeichnet eine hervorragende Dissertation aus dem Fach Chemie an der Universität Innsbruck aus. Prof. Georg Sosnovsky ist Ehrenbürger der Universität.

(sr)