„Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“ an Johann Holzner verliehen

Professor Johann Holzner, langjähriger Leiter des international renommierten Brenner-Archivs, wurde für sein erfolgreiches Wirken als Wissenschaftler sowie Förderer und Vermittler von Literatur am 12. Juni 2014 das „Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“ verliehen.
Ehrung Holzner
Bild: Johann Holzner erhält eine hohe Auszeichung. V.l.: Dekan Sebastian Donat, Professor Johann Holzner, Rektor Tilmann Märk, ehemaliger Vorstand der Kulturabteilung, Amt der Tiroler Landesregierung Dr. Christoph Mader. (Foto: Uni Innsbruck)

Rektor Tilmann Märk überreichte das Ehrenzeichen und hob Holzners besondere Verdienste um die Universität Innsbruck hervor: „Neben einer außerordentlich erfolgreichen wissenschaftlichen Karriere und neben einer faszinierenden und umfangreichen Lehr- und Vortragstätigkeit hat Herr Holzner auch als akademischer Funktionär wesentlich dazu beigetragen, dass Innsbruck heute als ein bedeutender Schwerpunkt der Germanistik im speziellen und der Geisteswissenschaften im allgemeinen in Österreich gesehen werden kann."

Über zehn Jahre leitete Univ.-Prof. Dr. Johann Holzner bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2013 erfolgreich das Brenner-Archiv in Innsbruck. Neben vielen verdienstvollen Leistungen und Auszeichnungen während seiner wissenschaftlichen Karriere, machte sich Holzner um ein Projekt besonders verdient. Mit seiner Leistung, das Brenner-Archiv seit 2001 Schritt für Schritt aufzubauen und zu erweitern, wird er in die Geschichte der literarischen Institutionen in Österreich eingehen. Unter seiner Leitung konnte sich das Archiv zu einem der großen, literarisch-archivalischen Forschungszentren im deutschsprachigen Raum entwickeln. Unter Professor Holzner wurde das Brenner-Archiv zu einer international renommierten Institution, die sich auf Augenhöhe mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, oder dem Österreichischen Literaturarchiv in Wien befindet. Derzeit umfasst das Archiv über 230 Sammlungen, deren Akquirierung zum einen auf den hervorragenden Ruf des Instituts und vor allem auch auf die persönlichen Kontakte von Holzner zurückzuführen sind. Die Sammlung von Nachlässen und Vorlässen, ihrer konservatorischen Pflege, Erschließung und Bereitstellung für Forschende oder diverse Buchpublikationen sind Verdienste von Johann Holzner und zeigen die breite Bandbreite an Dienstleistungen der Publikumsarbeit sowie für den aktuellen Literaturbetrieb. Diese außerordentliche Leistung von Professor Holzner als Wissenschaftler, Universitätslehrer und als Verantwortlicher in leitenden Funktionen wurde mit der Vergabe des Großen Ehrenzeichens gewürdigt. Holzner selbst sieht den Preis nicht nur als Ehrung seiner Person, sondern auch als hohe Wertschätzung seinem Fach, den Geisteswissenschaften, gegenüber: „Ich würde gerne in dieser Auszeichnung ein Zeichen dafür sehen, dass die Geisteswissenschaften in unserer Gesellschaft nach wie vor als autonome Reflexions- und Einmischungsinstanzen geschätzt werden, und dass im besonderen auch eine kritische Literaturwissenschaft weiterhin gebraucht wird, die sich vor keinen ideologischen Karren spannen lässt und somit nach Kräften eine Literatur unterstützt, die - wie Peter Handke das einmal festgehalten hat - allen fertigen Bildern mit Hartnäckigkeit und sanfter Gewalt widerspricht’.“

(dp)