Verleihung der Best-Paper-Awards von „historia.scribere“

Zum sechsten Mal konnten die Best-Paper-Awards für angehende HistorikerInnen der Universität Innsbruck verliehen und in der online-Zeitschrift „historia.scribere“ publiziert werden.
Die PreisträgerInnen der sechsten historia.scribere Auszeichnungen
Bild: Die acht Preisträger und Preisträgerinnen freuen sich über die Verleihung des Best-Paper Awards von historia.scribere. (Foto: Sarah Peischer)

Bei der sechsten Verleihung der Best-Paper-Awards am 28.05.2014 wurden erneut ausgezeichnete Arbeiten von Studierenden der Geschichtswissenschaft geehrt und am gleichen Abend die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „historia.scribere“ freigeschaltet.

Als Ort der Veranstaltung stellte Frau Mag. Rom wie in den letzten Jahren die Thalia Wagner’sche Buchhandlung zur Verfügung und hieß die Anwesenden herzlich willkommen. Frau ao. Univ.- Prof. Dr. Gunda Barth-Scalmani, vom Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie, bedankte sich seitens der historia.scribere-Redaktion bei Frau Lamboy vom Alumni Netzwerk, der es als Einstandsgeschenk ihrer Tätigkeit gelungen war, die Anzahl der Sachpreise zu vermehren. Die Redaktion wurde auch dieses Jahr von studentischen Mitarbeitern kompetent unterstützt, nämlich von Brigitte Albu und Martin Ager sowie Alena Riha.

Mit 51 eingereichten Arbeiten gab es einen neuerlichen Rekord für historia.scribere. Wie schon im letzten Jahr standen in der ersten Review-Runde Lehrende aus den Instituten für Alte Geschichte, Zeitgeschichte und Geschichtswissenschaften zur Verfügung (Helmut Alexander, Christine Antenhofer, Dr. Eva Pfanzelter, Margret Friedrich, Niels Grüne, Hermann J. K. Kuprian, Sabine Müller, Kordula Schnegg , Christoph Ulf ) und einige Doktoratsstudierende (Verena Sauermann, Veronika Settele). Ihnen wurde gedankt, weil ihr Blick von außen auf die eingereichten Arbeiten ganz wichtig sei. Von den eingereichten Arbeiten schafften es nach Einarbeitung der inhaltlichen Korrekturvorschläge und Umsetzung der formalen Vorgaben schließlich 26 bis zur Publikation. Unter diesen wurden dann im zweiten Review-Verfahren die acht PreisträgerInnen ermittelt.

Dekan Eisterer nahm in gewohnt souveräner Manier die Preisverleihung vor und betonte wie wichtig dieses Projekt wäre: angehende HistorikerInnen würden das erste Mal einen Review-Prozess erleben und Studierende würden als Mitarbeiter bei historia.scribere erste Erfahrung mit Redaktionsarbeit sammeln. Anschließend stellte Prof. Pfanzelter als Vertretung für Prof. Rupnow den ersten Preisträger David Hasenauer und seine Seminar-Arbeit über Folter und Terrorismus vor. Er diskutiert darin das absolute Folterverbot und geht speziell auf den Umgang der USA mit Folter nach dem 11.September ein. Danach präsentierte Prof. Margret Friedrich den Preisträger der Kategorie SE-Arbeit: In der von Christoph Pöll verfassten Arbeit wird der brasilianische Militärputsch und das Scheitern einer Demokratie thematisiert, wobei er nach den Ursachen des Scheiterns sucht. Im nächsten Teil wurden gleich drei Preisträger zusammen ausgezeichnet, denn alle drei Bachelor-Arbeiten entstanden in der gleichen Lehrveranstaltung: Prof. Pfanzelter, eine der Gründerinnen von historia.scribere hatte sich zwar wegen der Betreuung zweier Forschungsprojekte in diesem Jahr eine Auszeit von der Redaktionsarbeit erbeten, doch bei den Laudationes „ihrer“ PreisträgerInnen wurde sie wieder in die Pflicht genommen.

Bernhard Märk, in dessen Arbeit die Auswirkungen der Waldheim-Affäre behandelt werden, und Brigitte Albu, die sich in ihrer Arbeit mit der Vergangenheitsbewältigung und Geschichtsaufarbeitung des postsowjetischen Rumäniens beschäftigt, erhielten jeweils den Best-Paper-Award für die Kategorie beste Bachelor-Arbeit.

Martin Ager, der in seiner Arbeit auf die Geschichtspolitik der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) unter Jörg Haider anhand dreier Ereignisse, nämlich der Waldheim-Affäre, der Wehrmachtsaustellung und der EU-Sanktionen, eingeht, wurde der Rolf-Steininger-Preis verliehen. Denn auch heuer hatten wieder die Emeriti großzügig Preisgelder zur Verfügung gestellt:

Der Helmut-Reinalter-Preis wurde an Nikolaus Bliem überreicht, der seine Proseminararbeit über den deutschen Fürstenbund und dessen Rezeptionsgeschichte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verfasste. Niels Grüne, in dessen Lehrveranstaltung diese Arbeit entstanden war, präsentierte sie.

Der diesjährige Franz-Mathis-Preis ging an Michaela Seewald für ihre Arbeit über die Folgen des Toleranzpatents 1782 für die jüdische Bevölkerung in Wien und Niederösterreich. Da sie aufgrund eines Erasmus-Aufenthaltes nicht persönlich anwesend sein konnte, nahm stellvertretend ihr Vater den Preis entgegen.

Der Josef-Riedmann-Preis, wurde Dominique Karner überreicht, die in ihrer Arbeit die medizinische Versorgung des an der Ruhr erkrankten Eberhard von Bart durch seinen Leibarzt Dr.Widmann analysierte, um die Schuld am Tod des Fürsten aufzuklären. Christine Antenhofer, in deren Lehrveranstaltung diese Arbeit entstand, war begeistert von der fast kriminalistischen Erhebung zum Hintergrund der verwendeten Quellen.

Irene Madreiter war krankheitshalber verhindert und so berichtete Gunda Barth-Scalmani, dass es am Fachbereich Geschichte der Universität Salzburg im Herbst ebenfalls eine eZeitschrift für exzellente Seminararbeiten und Aufsätze aus Bachelor-, Master-und Diplomarbeiten geben würde. Unter dem Namen „historioPLUS“, http://historioplus.at, wird sie im Herbst online gehen. In Innsbruck wird es unter dem Namen IGEL (Innsbrucker Germanistische Elektronische Lektüren) ebenfalls bald eine eZeitschrift von ausgezeichneten studentischen Qualifikationsarbeiten geben. Eva Pfanzelter leistete bei der Gründung Nachbarschaftshilfe.

Im Hinblick auf das kommende „verflixte siebte Jahr“ hoffte Prof. Barth-Scalmani auf den Fortbestand der Unterstützung seitens der historisch- philosophischen Fakultät der Universität Innsbruck. Abschließend hielt Prof. Margret Friedrich fest: „Dieses Format, historia.scribere, sollte jedoch nicht selbstverständlich genommen, sondern als Chance und Bereicherung gesehen werden.“

Für die siebte Ausgabe von historia.scribere können Arbeiten von Studenten aus den letzten vier Semestern im nächsten Wintersemester eingereicht werden. Details folgen auf der Homepage der Zeitschrift oder von Redaktionsmitgliedern auf der Facebook-Seite von historia.scribere.


PreisträgerInnen

Auszeichnung

Brigitte Albu

Best-Paper-Award/ Bachelor-Arbeit

Martin Ager

Rolf-Steininger-Preis

Nikolaus Bliem

Helmut-Reinalter-Preis

David Hasenauer

Best-Paper-Award/ Seminar- Arbeit

Dominique Karner

Josef-Riedmann-Preis

Bernhard Märk

Best-Paper-Award/ Bachelor- Arbeit

Christoph Pöll

Best-Paper-Award/Seminar-Arbeit

Michaela Seewald

Franz-Mathis-Preis


Gunda Barth-Scalmani/Alena Riha