Innsbrucker Jus-Studierende bei den Vereinten Nationen und der WTO

Auf Initiative von ELSA Innsbruck und mit Unterstützung von Prof. Peter Hilpold hat eine Gruppe Innsbrucker Jus-Studierende verschiedene Einrichtungen der Vereinten Nationen und der WTO in Genf besucht.
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Bild: Innsbrucker Studierende der Rechtswissenschaften unternahmen eine Exkursion noch Genf. Bild: Simon Fink

Am 05. Mai. 2014 um 09:30 Uhr ging es los. Wir trafen uns am Hauptbahnhof, wo uns bereits die Organisatorin, Julia Haaser von ELSA Innsbruck, mit Frühstück, den Tickets und einem interessanten Programm im Gepäck erwarteten. Da sich die meisten Mitglieder der Reisegruppe wechselseitig noch nicht kannten, nutzten wir die sechsstündige Zugfahrt nach Genf, um uns besser kennenzulernen. Die Zeit verging dadurch wie im Flug und um ca 16:00 Uhr konnten wir bereits in der Jugendherberge im sonnigen Genf einchecken. Anschließend nutzten wir gleich die Gelegenheit und besichtigten die Stadt. Auch das Genfer Nachtleben wurde erkundet und wir ließen den Tag in einer gemütlichen Bar im Studentenviertel ausklingen.

Am nächsten Tag ging dann das Fachprogramm los. Nach einem Frühstück holte uns Professor Hilpold im Hostel ab und wir machten uns auf zum Palais des Nations, dem weltweit zweitgrößten Sitz der Vereinten Nationen. Nach einem ausgiebigen Sicherheitscheck wurden wir Frau Chi aus der Volksrepublik China zugeteilt, die uns auf Englisch durch die Räumlichkeiten der UNO führte. Fasziniert folgten wir ihr durch die riesigen Sitzungssäle, versuchten die enorme Anzahl an Sitzplätzen abzuschätzen und bestaunten die kunstvoll und symbolreich ausgemalten Räume. In den Sitzungssälen strahlte das UNO-Emblem über dem Vorsitz eine, von Olivenzweigen umringte, Weltkarte aus der Sicht des Nordpols. Ein Zeichen dafür, dass die Vereinten Nationen die Staaten der Welt aus einer neutralen Perspektive sehen. Überall wurden Kunstgeschenke der verschiedenen Mitgliedstaaten ausgestellt, jedes für sich soll die Grundidee der UNO von gemeinsamer Friedenssicherung verkörpern.

Anschließend wurden wir dann herzlich in der Ständigen Österreichischen Vertretung empfangen, der ein großes Lob dafür gebührt, dass sie vor Ort das Programm zusammengestellt, Referenten organisiert und manche Tür geöffnet hat, die uns ansonsten wohl verschlossen geblieben wäre. Bei einer kleinen Stärkung konnten wir uns mit den Mitarbeitern austauschen und erfuhren viel Spannendes über den Arbeitsalltag von Diplomaten und Beamten internationaler Organisationen. Auch Tipps, wie man einen der begehrten Praktikumsplätze erlangen kann, waren dabei, was viele von uns natürlich besonders interessierte.
Als Nachmittagsprogramm hörten wir Vorträge von Mitarbeitern der UNCTAD. Thema waren unter anderem die BITs als internationales Instrument für den Schutz von Auslandsinvestitionen. Zum Schluss hörten wir noch spannende Berichte über Einsätze direkt in den Krisengebieten von Mitarbeitern der UNOCHA, dem Internationalen Büro zur Koordinierung Humanitärer Hilfe.
Diesen Tag, der so reich war an Eindrücken und Informationen, beendeten wir entspannt bei einem gemütlichen Essen in einem Restaurant, das uns von einer Innsbrucker Praktikantin der Ständigen Vertretung empfohlen worden war. Allein die Preise in den Genfer Restaurants waren ein kleiner Wermutstropfen: Was in Genf gängiges Preisniveau ist, wird in Innsbruck selbst in den teuersten Lokalen nicht verlangt.

Der dritte und letzte Tag in Genf hielt einen Besuch der WTO für unsere Gruppe bereit. Um 09:00 Uhr trafen wir dort ein und wurden von einem Mitarbeiter des Bereiches Wirtschaftsrecht der Ständigen Vertretung empfangen. Dieser führte uns zuerst durch das ebenfalls sehr eindrucksvolle Gebäude, das umringt ist von riesigen Parkanlagen und einen herrlichen Blick auf den Genfer See bietet. Nur in den sagenumwobenen, geheimnisvollen "green room" (der im Übrigen gar nicht grün sein soll) durften wir nicht – dazu hätte es einer Sondergenehmigung bedurft. Anschließend nahmen wir in einem der Sitzungssäle Platz und hörten zwei Vorträge zum Streitbeilegungssystem der WTO: der erste von einem jungen italienischen WTO-Mitarbeiter, der zweite von einem prominenten WTO-Experten aus Österreich, Herrn Dr. Werner Zdouc.

Unser Aufenthalt endete bei einem Mittagessen in der Mensa der WTO, wo wir uns jeweils ein vorzügliches Menü zu einem vergleichsweise sehr günstigen Preis zusammenstellten. Danach mussten wir schon die Vorbereitungen für die Rückfahrt treffen. Mit vielen tollen Eindrücken verließen wir das kleine, aber doch so bedeutungsvolle Genf und diskutierten noch während der Zugfahrt über unsere Erlebnisse und Begegnungen. Diese paar Tage waren auch ein kleiner Crash-Kurs im Englischen und Französischen.
Das Interesse am internationalen Recht ist bei allen Teilnehmern enorm gesteigert worden und wer weiß – vielleicht führt die weitere Ausbildung und der Beruf einige von uns auch wieder zu den internationalen Institutionen zurück.

(Cornelia Schober)