Ein GewINN für den INN?

Am 22. Mai fand innerhalb der PWI-Vortragsreihe des Arbeitsbereiches Wasserbau eine Diskussion über eine wasserwirtschaftliche Rahmenplanung für den Flusslauf des Inns im Land Tirol.
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Bild: PWI-Vortrag im Großen Hörsaal des Bauingenieurgebäudes und die Hauptfigur: Der Inn. (Foto: Gabl/Neisch, Arbeitsbereich Wasserbau)

In Wien liegen derzeit Anträge für eine wasserwirtschaftliche Rahmenplanung für das Tiroler Oberland auf dem Tisch. Einer davon wurde von der TIWAG eingereicht und beinhaltet - inzwischen mehrfach überarbeitet und angepasst - die Planung von 6 Großwasserkraftprojekten am Inn aus energiewirtschaftlicher Sicht. Diese Projekte entstanden u.a. auch vor dem Hintergrund der Energiewende mit den Klimazielen, die regenerativen Energien auszubauen und mehr Energiespeicher für Wind- und Solarkraftstrom zur Verfügung zu stellen. In ganz Österreich wird dafür ein Ausbau der regenerativen Wasserkraft von rund 3,5 Terawattstunden (TWh) bis 2015 bzw. 7 TWh bis 2020 angestrebt.

Ein weiterer Antrag wurde letztes Jahr vom WWF eingereicht, mit dem Ziel, der wasserwirtschaftlichen Entwicklung am Inn eine Richtschnur zu geben. Dieser nähert sich dem Thema Wasserkraft aus der Sichtweise einer Naturschutzorganisation. Der in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur, Wien (Boku) eingereichte Gewässerschutzplan für den Inn kategorisiert das Flusssystem aus gewässerökologischer Sicht und definiert hochsensible Gebiete, die nicht angetastet werden sollten (sogenannte „No-go-Areas“). Andere Zonen, die bereits durch den menschlichen Eingriff der letzten Jahrhunderte stark verändert wurden, werden als weniger schutzbedürftig eingeordnet. In diesen Zonen könnten Wasserkraftprojekte umgesetzt werden, wenn die energiewirtschaftlichen Randbedingungen stimmen.

Zwei Sichtweisen – ein Thema. Bei der PWI-Vortagsreihe des Arbeitsbereiches Wasserbau stellten Herr Dr. Hofer von der TIWAG und Herr Mag. Walder vom WWF ihre Rahmenpläne dem interessierten Publikum vor, das danach angeregt mitdiskutierte. Das Thema ist ein sensibles und beide Seiten sind nach jahrelangen Diskussionen eher distanziert. Bei der PWI-Veranstaltung wurden wichtige Argumente nun offen und direkt ausgetauscht. Es wurde miteinander geredet und man setzte sich fachlich auseinander. Ein guter Abend - für den INN ein GewINN!?

(Valerie Neisch, Arbeitsbereich Wasserbau)

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