Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse an Erwin Hochmair verliehen

Im Rahmen einer akademischen Feier wurde Erwin Hochmair, emeritierter Professor der Universität Innsbruck und Mitbegründer des Unternehmens MED-EL, am 24. Mai das „Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse“ verliehen.
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Bild: Landeshauptmann Günter Platter, Prof. Erwin Hochmair und Rektor Tilmann Märk (von links). (Foto: Christian Wucherer)

Das „Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse“ ist eine der höchsten Auszeichnungen für in Wissenschaft oder Kunst tätige Personen, die die Republik Österreich zu vergeben hat. In Vertretung des Bundespräsidenten hat Landeshauptmann Günther Platter am 24. Mai das Ehrenzeichen an Erwin Hochmair verliehen. In seiner Gratulation hob der Landeshauptmann die Leistungen Erwin Hochmairs hervor: „Die heutige Verleihung des Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse ist eine weitere Auszeichnung für ein absolutes Aushängeschild des Forschungs- und Wissenschaftsstandorts Tirol. Gemeinsam mit seiner Frau Ingeborg hat Prof. Erwin Hochmair mit der Entwicklung der so genannten Cochlea-Implantate nicht nur eine international beachtete, wissenschaftliche Höchstleistung, sondern mit der Gründung von MED-EL auch eine wirtschaftliche Erfolgsstory hingelegt.“ Die Laudatio bei der Verleihung hielt Prof.in Monika Ritsch-Marte: „Ich bedanke mich – ich glaube, das auch im Namen aller Anwesenden sagen zu dürfen – für Ihr Engagement, für Ihre Energie, für Ihre Initiative in den letzten Jahrzehnten. Sie haben mit Ihrem Einsatz Großes geleistet für die Forschung, für die Bildung und Ausbildung in Tirol, und auch als attraktiver Arbeitgeber für Absolventen der technisch-naturwissenschaftlichen Studien an unseren Universitäten – und natürlich auch für viele wieder hoffnungsvolle Patienten im In- und Ausland.“ Rektor Tilmann Märk beleuchtete in seinen Grußworten die akademische Karriere Erwin Hochmairs: „Während seiner akademischen Laufbahn hat Prof. Hochmair nicht nur die wissenschaftliche, sondern insbesondere die medizinische und wirtschaftliche Entwicklung seiner wissenschaftlichen Ergebnisse vorangetrieben. Damit war er Pionier an der Universität Innsbruck.” Erwin Hochmair selbst sieht die Auszeichnung als Impuls für weitere Forschung: „Die Verleihung dieser hohen Auszeichnung verstehe ich auch als Ansporn für die Weiterführung meiner Arbeiten. Bei einer so faszinierenden, großartigen Aufgabe, die technisch so hochinteressante, anspruchsvolle Entwicklungen erfordert, und gleichzeitig der erheblichen Verbesserung der Lebensqualität von Menschen dient, kann man nicht einfach aufhören.“

Herausragende Karriere

Em. Univ.-Prof. Dr. Erwin Hochmair war langjähriger Leiter des Innsbrucker Instituts für Angewandte Physik (1995 bis 2006), Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät (1993 bis 1995) und Professor für Angewandte Physik und Mikroelektronik (1985 bis zu seiner Emeritierung 2009). Sein wissenschaftliches Werk umfasst über 100 Fachpublikationen auf den Gebieten Elektronik, Schaltungstechnik und Cochlea-Implantate. An über 40 Patenten war Prof. Hochmair als Erfinder beteiligt. Für seine Leistungen wurde er mehrfach ausgezeichnet: So erhielt er 2003 den Erwin-Schrödinger-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften; im Jahr 2004 verlieh ihm die TU München gemeinsam mit seiner Frau das Ehrendoktorat für Medizin. Das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse erhält er für seine herausragende wissenschaftliche Arbeit insbesondere im Bereich der implantierbaren Medizintechnik. Gemeinsam mit seiner Frau hat Erwin Hochmair auch das erste mikroelektronische Multikanal-Cochlea-Implantat entwickelt und marktfähig gemacht. Entstanden ist daraus das heute von Innsbruck aus weltweit agierende und 1989 als Spin-Off der Universität Innsbruck gegründete Unternehmen MED-EL.

(sh)