Historische Sternwarte neu eröffnet

Am vergangenen Dienstag wurde die Historische Sternwarte im Botanischen Garten der Universität Innsbruck in Hötting neu eröffnet. In den vergangenen vier Jahren war das Leitsystem zur Sternwarte erneuert und der historische Teil des Gebäudes mit Hilfe der Stadt Innsbruck sanft und besuchergerecht adaptiert worden.
maerk_hartl_toechterle.jpg
Bild: Rektor Tilmann Märk, Herbert Hartl vom Institut für Astro- und Teilchenphysik und Altrektor Karlheinz Töchterle in der historischen Sternwarte.

„Die historische Sternwarte ist ein Wahrzeichen für die Entwicklung des Universitätsstandortes Innsbruck zu einem wesentlichen Forschungsstandort in Österreich“, sagte Rektor Tilmann Märk bei der Wiedereröffnung der Sternwarte. Er dankte aller Unterstützern, insbesondere der Stadt Innsbruck und der Bundesimmobiliengesellschaft, die die besuchergerechte Adaptierung des historischen Teils des Gebäudes und die Errichtung eines neuen Leitsystem zur Sternwarte möglich gemacht haben. Forschungsvizerektorin Sabine Schindler stellte dann den Bezug zur aktuellen astrophysikalischen Forschung her und verglich die historischen Methoden von Erbauer Egon Oppolzer mit jenen der heutigen Zeit. Herbert Hartl vom Institut für Astro- und Teilchenphysik, treibende Kraft hinter der Sanierung der Sternwarte, führte die zahlreichen Gäste im Anschluss durch die adaptierten Räumlichkeiten und informierte über die einzelnen Messinstrumente.

Die historische Einrichtung wurde 1904 von Prof. Egon von Oppolzer in unmittelbarer Nähe seiner Villa aus privaten Mitteln und nach eigenen Plänen errichtet. Mit ihren – zum Großteil noch erhaltenen – Instrumenten war sie damals die modernste Sternwarte in Österreich. Egon von Oppolzer hatte die Aufstellung und Justierung der Instrumente noch nicht vollendet, als er 1907, gerade erst 38 Jahre alt, verstarb. Nach langen Verhandlungen wurde die Sternwarte vom Staat angekauft und 1909 der Universität als Universitäts-Sternwarte angegliedert.

Die Anlage wird heute vom Institut für Astro- und Teilchenphysik betreut und teilweise noch für die Lehre genutzt. Die Sternwarte ist während des Semesters jeden Mittwoch von 16.30 bis 18.30 Uhr für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Außerhalb der Öffnungszeiten kann auch telefonisch einen Termin für eine Besichtigung vereinbart werden.

(Christian Flatz)