Hochleistungscomputer für indonesische Partneruniversität

Der Arbeitsbereich für Theoretische Chemie stellt der Gadjah-Mada-Universität in Yogyakarta einen Hochleistungscomputer zur Verfügung, der aus Platzgründen ausgemustert werden musste. Damit wird der erfolgreiche Schwerpunkt für Computerchemie an der indonesischen Universität weiter gestärkt und die enge Partnerschaft zwischen den beiden Universitäten unterstrichen.
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Bild: Vor dem Versand präsentierte Prof. Bernd Rode (3. v. r.) den Rechner Landeshauptmann Günther Platter (2. v. r.) und Rektor Tilmann Märk (rechts). Zwei Mitarbeiter der Universität (links) werden den Computer nach Indonesien begleiten, bei der Präsentation war auch Jürgen Steiger vom Partnerunternehmen Hitachi (3. v. l.) anwesend.

Die Universität Innsbruck ist seit 1990 über ein Partnerschaftsabkommen mit der Gadjah-Mada-Universität in Yogyakarta, Indonesien, verbunden. Bald darauf wurde auch das österreichisch-indonesische Zentrum für Computerchemie in Yogyakarta gegründet. Seither hat sich dieser Fachbereich gut etabliert, und das dortige Zentrum zählt heute zu den führenden Forschungseinrichtungen in dem südostasiatischen Inselstaat mit über 200 Millionen Einwohnern. Die Hochleistungsrechenanlage mit 100 Prozessoren, 100 GB Arbeitsspeicher und rund 7 TB Speicherplatz soll den Forschungsschwerpunkt weiter stärken, sagt Prof. Bernd-Michael Rode, Theoretischer Chemiker und Europakoordinator von ASEA-UNINET: „Mit der Anlage können zum Beispiel quantenmechanische Molekülberechnungen durchgeführt und chemische Systeme simuliert werden. Solche Berechnungen sind sehr aufwändig und können nur auf Hochleistungsrechnern sinnvoll durchgeführt werden. Mit dieser Anlage werden die indonesischen Kollegen Forschung auf international gutem Niveau betreiben können.“ Die eine Tonne schwere Rechenanlage wird nun per Luftfracht nach Indonesien gebracht und dort von zwei Mitarbeitern der Universität Innsbruck aufgebaut und in Betrieb genommen. Die offizielle Eröffnung an der größten und ältesten Universität Indonesiens wird im Beisein des österreichischen Botschafters in Indonesien, Dr. Andreas Karabaczek, stattfinden.

Langjährige Partner

Die wissenschaftlichen Partner in Yogyakarta und Innsbruck verbindet seit Jahren ein intensiver Austausch. Auch profitieren die indonesischen Kollegen von der neuesten in Innsbruck entwickelten Software für diese Forschungen. Neben der Computerchemie ist die Zusammenarbeit zwischen der Uni Innsbruck und der Gadjah-Mada-Universität in den Fachbereichen Geographie, Mathematik, Analytische Chemie und Physikalische Chemie und Wirtschaftswissenschaften besonders intensiv.

Neben der Universitätspartnerschaft sind auch das Land Tirol und die Region Yogyakarta seit vielen Jahren Partner. Das Land unterstützte dort vor allem den Aufbau regionaler Gesundheitszentren und leistete außerdem Katastrophenhilfe in Yogyakarta. Vor allem im medizinischen Bereich gibt es nach wie vor zahlreiche Kooperationsprojekte.

Internationales Netzwerk

Das Austrian South-East Asian University Partnership Network (ASEA-UNINET) wurde 1994 gegründet und verbindet heute die Universitäten zahlreicher europäischer Länder mit jenen in Südostasien. Ein Schwergewicht liegt dabei auf Österreich und Thailand, die bereits 1984 eine Partnerschaft eingegangen sind. Damals unterzeichnete auch die Universität Innsbruck den ersten Partnerschaftsvertrag mit einer südostasiatischen Hochschule, der Chulalongkorn Universität in Bangkok. Das Netzwerk bietet heute Studierenden und Forschenden beider Regionen die Möglichkeit, Erfahrungen im Ausland zu sammeln und Kontakte zu knüpfen. Auch Unternehmen greifen immer öfter auf das Netzwerk der rund 1400 Absolventinnen und Absolventen mit österreichischem Doktoratsabschluss zurück, um Geschäftsverbindungen in der Region weiter zu festigen.

(cf)

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