Frankophonie-Woche ganz im Zeichen des Maghreb

Der Frankreich-Schwerpunkt der Universität Innsbruck und das Institut français d’Innsbruck feierten Ende März an drei Abenden die Woche der Frankophonie, die in diesem Jahr ganz im Zeichen des Maghreb stand, mit Filmvorführungen, einer Diskussion und einer Lesung mit einem algerischen Journalisten und Autor, und nicht zuletzt mit einem original maghrebinischen Buffet.
Frankophonie Woche
Bild: Samir Méhalla während der Lesung; im Hintergrund Prof. Birgit Mertz-Baumgartner. (Foto: Eva Lavric)

Gezeigt wurden die Filme „Bambi“ von Sébastien Lifshitz (Frankreich/Algerien 2012), „La graine et le mulet“ von Abdellatif Kéchiche (Frankreich/Tunesien 2007) und „Aïcha“ von Yamina Benguigui (Frankreich/Algerien 2009ss.) – ein Dokumentarfilm, ein Familiendrama und eine Fernsehkomödie. Der Gast aus dem Maghreb war Samir Méhalla, der als Korrespondent zahlreicher algerischer Zeitungen in Paris fungiert hat und nun in Algier zurück ist, wo er eine Literaturzeitschrift herausgibt und vor kurzem seinen ersten Roman publiziert hat.

Der erste Abend mit Samir Méhalla galt seinem Interview-Buch „Le monde arabe en point de mire“ („Die arabische Welt im Sucher“) und dem Thema des Mittelmeers. Im Gespräch mit der Innsbrucker Algerien-Expertin Prof. Birgit Mertz-Baumgartner und mit einem sehr interessierten und wohlinformierten Publikum entwickelte der algerische Gast seine Sicht des Mittelmeers als eines zutiefst gespaltenen Raumes, der noch immer an den Bruchlinien der einstigen Kolonisation laboriert.

Zwei Tage später überraschte Samir Méhalla mit einer ganz neuen Facette seines Talents, im Rahmen einer Lesung aus seinem jüngst erschienenen Roman „Le serval“ („Der Serval“), der in sehr eigenwilligem Stil politisch-philosophische Überlegungen mit poetisch-erotischen Passagen verbindet und den Anspruch hat, ein allegorisches Bild der aktuellen algerischen Gesellschaft in Form einer (von einem Stein erzählten!) Liebesgeschichte zu liefern. Das Publikum lauschte gebannt dem französischen Original und der von Prof. Eva Lavric, der Leiterin des Frankreich-Schwerpunkts, eigens für diese Lesung angefertigten Übersetzung.

Beim maghrebinischen Buffet mit salzigem und süßem Couscous und zahlreichen anderen Spezialitäten gab es schließlich eine Menge zu diskutieren…

(Eva Lavric)