Publikation zu Archäologischen Universitätsmuseen präsentiert

Kürzlich wurde im Archäologischen Universitätsmuseum im ATRIUM-Zentrum für Alte Kulturen im Beisein von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle und Rektor Tilmann Märk der Sammelband „Archäologische Universitätsmuseen und -sammlungen im Spannungsfeld von Forschung, Lehre und Öffentlichkeit“ präsentiert.
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Bild: Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Töchterle (Bundesminister für Wissenschaft und Forschung), Ass.-Prof. Mag. Dr. Florian Müller Bakk. (Leiter des Archäologischen Universitätsmuseums), Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Tilmann Märk (Rektor der Universität Innsbruck), Univ.-Prof. Dr. Harald Stadler (Leiter des Instituts für Archäologien) bei der Buchpräsentation im ATRIUM – Zentrum für Alte Kulturen (Foto: V. Sossau)

Dabei handelt es sich um den bereits dritten Band der im Jahre 2012 begründeten neuen Schriftenreihe „SPECTANDA – Schriften des Archäologischen Museums Innsbruck“. Nach den Grußworten von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle und dem Rektor der Universität Innsbruck, Tilmann Märk, in welchen beide die Bedeutung der archäologischen Sammlung für die Universität Innsbruck betonten, wurde durch den Herausgeber und Leiter des Archäologischen Universitätsmuseums Florian Müller die im LIT-Verlag erschienene Publikation näher vorgestellt.

Internationale Tagung 2010 in Innsbruck

Archäologische Universitätssammlungen finden sich heute zunehmend in einer Situation zwischen universitärem Alltag von Lehre und Forschung und den Ansprüchen, welche eine interessierte Öffentlichkeit an Museen, ihrer Präsentation und Vermittlungsangebote stellt. Im März 2010 fand daher im Archäologischen Museum Innsbruck – Sammlung von Abgüssen und Originalen der Universität Innsbruck die internationale Tagung „Sammeln – Bewahren – Forschen – Vermitteln: Archäologische Universitätsmuseen und -sammlungen im Spannungsfeld von Forschung, Lehre und Öffentlichkeit“ statt, welche die Grundlage für den vorliegenden Sammelband bildet. Die Tagung richtete sich damals an Leiter und Kuratoren, wissenschaftliche Mitarbeiter und Projektmitarbeiter an archäologischen Universitätssammlungen, genauso aber auch an Restauratoren, Kulturvermittler und Museumspädagogen. 41 Referentinnen und Referenten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich deckten dabei eine große fachliche Breite an unterschiedlichen archäologischen Disziplinen ab (Klassische Archäologie, Ur- und Frühgeschichte, Ägyptologie, Vorderasiatische Archäologie, Christliche Archäologie, Etruskologie, Papyrologie und Epigraphik), und es konnten auch verschiedene Organisationen und Netzwerke vorgestellt werden. Bei der Tagung wurden Probleme genauso wie Chancen und Zukunftsperspektiven archäologischer Universitätssammlungen dargelegt, aber auch Ideen, Anregungen und neue Impulse geboten, um dadurch die Basis für eine zukünftig verstärkte Vernetzung zu legen.

Sammelband

In der nun vorliegenden fast 700 Seiten umfassenden Publikation finden sich 43 Beiträge sowohl von Referentinnen und Referenten der Innsbrucker Tagung, als auch von Zuständigen anderer archäologischer Universitätssammlungen, welche 2010 nicht auf der Tagung vertreten waren. Die Beiträge stellen zumeist einheitlich zuerst die Geschichte und die Entwicklung der einzelnen Sammlungen und Museen an ihren jeweiligen universitären Institutionen vor, z.T. auch gepaart mit den Biographien wichtiger für die Sammlungen relevanter Akteure. Dann wird der Objektbestand mit Hervorhebung besonders bedeutsamer Stücke beschrieben und charakterisiert. Den Schluss bildet eine Standortbestimmung, welche die aktuelle Situation der einzelnen Sammlungen widerspiegelt: Wie werden sie heute sowohl in der Forschung als auch in der Lehre genutzt? Was ist somit ihre Funktion? Entscheidend ist aber auch die Frage nach der öffentlichen sowie insbesondere inneruniversitären Akzeptanz der Sammlungen, nämlich die Frage nach ihrer Verankerung in der universitären Gesamtstruktur und damit verbunden nach den (nicht) vorhandenen finanziellen, personellen und räumlichen Ressourcen.

Ziel des Buches ist es nun, erstmalig umfassend und aktuell sowohl einen breiten Überblick über die Geschichte dieser Institutionen zu bieten als auch im Sinne einer Standortbestimmung die Situation archäologischer Universitätssammlungen im deutschsprachigen Raum zu Beginn des 21. Jahrhunderts im Spannungsfeld von Forschung, Lehre und Öffentlichkeit näher zu betrachten.

(Florian Müller)