Islam und Menschenrechte – ein schwieriges Verhältnis?

Zum Thema „Islam and Human Rights. Towards an Inclusive Universalism” referierte vergangene Woche Professor Mashood Baderin im Claudiana-Saal. Auf Einladung des Instituts für Philosophie sowie des Instituts für Europa- und Völkerrecht legte er seinen methodischen Zugang dar, mit dem eine weitestgehende Harmonisierung von islamischer Scharia und Menschenrechten möglich werden soll.
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Bild: Prof. Mashood Baderin im Gespräch mit Vizerektor Prof. Roland Psenner.

Professor Baderin ist einer der weltweit führenden Experten zum Verhältnis von Islam und Menschenrechten und lehrt an der Rechtsfakultät der renommierten School of Oriental and African Studies in London. Darüber hinaus ist Professor Baderin der „Independent Expert“ (Sonderberichterstatter) des UN-Menschenrechtsrates für die Menschenrechtssituation im Sudan. In diesem Zusammenhang hatte er sich am selben Tag bereits mit vierzig Studierenden der Leopold-Franzens-Universität aus unterschiedlichen Studienrichtungen getroffen, um mit ihnen seine Erfahrungen in dieser Funktion zu teilen und Fragen über die aktuelle Menschenrechtsituation im flächenmäßig drittgrößten afrikanischen Land zu beantworten.

Anlass für die Einladung von Professor Baderin und seinen erstmaligen Besuch in Innsbruck war die Vorstellung des von Ass.-Prof. Dr. Marie-Luisa Frick (Institut für Philosophie) und Ass.-Prof Dr. Andreas Th. Müller, LL.M. (Yale) (Institut für Europarecht und Völkerrecht) herausgegebenen und 2013 bei Brill/Martinus Nijhoff erschienenen Buches „Islam and International Law. Engaging Self-Centrism from a Plurality of Perspectives“. Dieses dokumentiert auf fast 500 Seiten die Ergebnisse der im Mai 2012 veranstalteten Konferenz zu Islam und Völkerrecht, die 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus zwanzig Staaten und vier Kontinenten nach Innsbruck geführt hatte.

Vizerektor o. Univ.-Prof. Dr. Roland Psenner gratulierte den Herausgebern zu ihrer erfolgreichen interfakultären und interdisziplinären Zusammenarbeit und würdigte in seinen Begrüßungsworten die lange Tradition islamischer Toleranz im Mittelmeerraum.   

Musikalisch bereichert wurde der Abend von klassisch osmanischen Klängen durch Mag. Denis Mete. Beim anschließenden Buffet und Umtrunk nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit, mit dem Referenten ins Gespräch zu kommen, und zeigten sich sehr angetan von seinem offenen Geist und Engagement. Möglichkeiten, aber auch Grenzen, islamisches Recht und Menschenrechte in Einklang zu bringen, wurden dabei bis spät in die Nacht diskutiert.

(Marie-Luisa Frick/Andreas Th. Müller)