Internationale Tagung zu „Learning Mobility“

Bei einer Tagung im September wurden Forschungsergebnisse zu „Learning Mobility“-Projekten präsentiert und darüber diskutiert, wie diese Ergebnisse zur Entwicklung von Praxis und Politik beitragen können. Veranstalter waren das Institut für Erziehungswissenschaft und das Wiener Interkulturelle Zentrum.
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Bild: Von rechts: Dr. Erhard Busek (IDM), DI Andreas Karsten (Moderator), Dr. Helmut Fennes (Universität Innsbruck) und Mag. Gerhard Mosshammer (Interkulturelles Zentrum)

Seit 2007 führt das Institut für Erziehungswissenschaft (Forschungsbereich „Erziehungswissenschaft der Generationen“ bzw. Forschungszentrum Bildung – Generation – Lebenslauf als Teil der Forschungsplattform „Organizations and Society“) unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Lynne Chisholm (derzeit UNESCO Institute for Lifelong Learning in Hamburg) und Univ.-Ass. Dr. Helmut Fennes die wissenschaftliche Begleitung von „Jugend in Aktion“ in Österreich durch. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts werden die Auswirkung internationaler „Learning Mobility“-Projekte auf die beteiligten AkteurInnen sowie die Lernprozessen im Rahmen von entsprechenden Aktivitäten erforscht, insbesondere im Rahmen von Projekten, die durch das EU-Programm „Jugend in Aktion“ gefördert wurden.

Seit 2008 wurde in Zusammenarbeit mit dem Interkulturellen Zentrum in Wien ein internationales Forschungsnetzwerk mit ForschungspartnerInnen in 16 Ländern aufgebaut und koordiniert („Research-based Analysis and Monitoring of Youth in Action“ – RAY). Die Forschungsarbeit umfasst multilinguale Befragungen in 16 Sprachen, ExpertInnen-Interviews, Fokusgruppen sowie teilnehmende Beobachtungen, wobei auch Studierende der Universität Innsbruck einbezogen wurden. Insgesamt haben mehr als 30.000 Jugendliche, JugendbetreuerInnen ProjektbetreuerInnen aus ganz Europa an den Befragungen teilgenommen.

Bei der Tagung „International youth work and mobility as learning contexts: research evidence for policy and practice“ am 18./19 September 2013 in Wien wurden die Ergebnisse der Forschung in den vergangenen sieben Jahren präsentiert und in Hinblick darauf diskutiert, wie sie zur Entwicklung von Praxis und Politik beitragen können. Weiters stand die Entwicklung einer Forschungsstrategie und -agenda im Bereich „Learning Mobility“ bzw. internationale Jugendarbeit zur Diskussion.

Mehr als 70 ExpertInnen aus Forschung, Praxis und Politik aus 20 Ländern haben an der Tagung teilgenommen, darunter 23 WissenschaftlerInnen aus 13 Ländern, VertreterInnen von Jugendorganisationen, VertreterInnen von Ministerien in Österreich und in anderen Ländern, VertreterInnen des Europarats und der Europäischen Union sowie VertreterInnen von Nationalagenturen von EU-Programmen aus ganz Europa.

Im Eröffnungsreferat wies Dr. Erhard Busek (Vorsitzender des Instituts für den Donauraum und Mitteleuropa und ehemaliger Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung) einerseits auf die Bedeutung von Forschung für evidenzbasierte Politikentwicklung, andererseits auf die Schwierigkeiten des Transfers von Forschungserkenntnis zur Politik hin, insbesondere aufgrund unterschiedlicher Interessenslagen und Kommunikationsformen. Ähnlich argumentierte Doris Pack (Mitglied des Europäischen Parlaments), die insbesondere die Komplexität eines Einigungsprozesses in der Europäischen Union in Bezug auf die Entwicklung europäischer Bildungsprogramme im Zusammenhang mit dem zukünftigen Programm „Erasmus+“ (2014 bis 2020) darstellte.

Univ.-Ass. Dr. Helmut Fennes vom Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Innsbruck präsentierte die bisherigen Ergebnisse der Forschungsarbeit der vergangenen sieben Jahre. Referate und Workshops von WissenschaftlerInnen aus ganz Europa vertieften die Vorstellung der Forschungsergebnisse und skizzierten mögliche Strategien und Szenarien für die zukünftige Forschungsarbeit in diesem Bereich. Eine Podiumsdiskussion und Arbeitsgruppen befassten sich mit den Anwendungsmöglichkeiten der Forschungsergebnisse für Politik und Praxis.

(Helmut Fennes)