Kanalbau an der Innpromenade beginnt

Die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) errichtet einen neuen Sammelkanal für Abwasser. Dieser sogenannte „Sammler West“ leitet das Abwasser in Richtung Kläranlage und wird die Kanalisation der Altstadt gerade bei Starkregen wesentlich entlasten. Der Kanal wird unter der Innpromenade geführt, auf Schutz der Bäume wird dabei besonders geachtet.
blog_kanalbau.jpg
Bild: Vertreter von Stadt Innsbruck und IKB präsentierten vergangene Woche die Pläne.

Vergangenen Freitag wurde das Sammelkanal-Bauvorhaben an der Innpromenade hinter dem Universitäts-Hauptgebäude in einer Pressekonferenz präsentiert. Am 18. November beginnen die Arbeiten am ersten Abschnitt, der entlang der Franz-Gschnitzer-Promenade von der Rechengasse bis zur Universitätsbrücke reicht. Die IKB setzt dabei auf das Rohrvortriebsverfahren, bei dem sich die Vortriebsmaschine wie ein Maulwurf durch den Untergrund vorarbeitet. IKB-Vorstandsdirektor DI Helmuth Müller: „Die Vorteile dieser grabenlosen Bautechnik sind vielfältig. Neben der Schonung des Baumbestandes verkürzt sich auch die Bauzeit, es gibt weniger Aushubmaterial und damit auch einen viel geringeren Baustellenverkehr. Damit werden nicht nur die Kosten, sondern auch die Umwelt geschont.“ Geh- und Radweg werden auch während der Bauzeit jederzeit benutzbar sein.

Bestmöglicher Schutz der Bäume

Beim grabenlosen Rohrvortrieb muss kein durchgehender Rohrgraben ausgehoben werden. Es sind nur eine Start- und eine Zielgrube erforderlich. Die Maschine wird bei der Startgrube in die Erde versenkt, ebenso wie die Kanalrohre, die von hier unterirdisch nach vorne gepresst („vorgetrieben“) werden. Bei dieser Technik wird sichergestellt, dass der Großteil der Bäume vom Bau nicht beeinträchtigt wird. Die Wurzeln der Bäume reichen nicht so tief wie der Rohrvortrieb und bleiben daher weitgehend unversehrt. „Damit können wir zwei Ziele erreichen: Zum einen die wichtigen Kanalarbeiten zur Entlastung der Altstadt umsetzen und gleichzeitig auch den bestmöglichen Schutz der Bäume gewährleisten“, versichert DI Bernhard Zit, Abteilungsleiter Kanal der IKB.

Baumschutzmaßnahmen vor Baustart

Seit dem 11. November 2013 werden zusätzlich noch gezielte Baumschutzmaßnahmen umgesetzt, die mit dem Amt für Grünanlagen der Stadt Innsbruck gemeinsam erarbeitet wurden. Die im Nahbereich der Baustelle befindlichen Bäume werden durch geschlossene Bretterzäune abgedeckt und die Baumwurzeln professionell geschützt. Damit ist sichergestellt, dass Baumrinde und -wurzeln bei den Bauarbeiten nicht beeinträchtigt werden. Stadtrat Mag. Gerhard Fritz begrüßt diese Kooperation: „Es freut mich, dass die IKB eng mit unseren Experten zusammenarbeitet. So bleibt unsere Stadt lebenswert mit viel Grünraum für die Bürgerinnen und Bürger. In diesem Sinne wurde auf unsere Anregung hin auch eine ökologische Bauaufsicht bestellt, die die Arbeiten überwachen wird.“

Die Arbeiten für den „Sammler West“ wurden so geplant, dass die Zahl der Bäume, die im Projektgebiet gefällt werden müssen, so gering wie möglich ist: Von insgesamt 59 Bäumen müssen neun gefällt werden, anstelle von vier dieser Bäume werden neue gepflanzt. Ing. Thomas Klingler vom Amt für Grünanlagen: „Wir waren von Anfang an in das Projekt eingebunden. Das hat uns die Möglichkeit gegeben, gestaltend mitzuwirken und den Baumbestand weitgehend zu bewahren.“ Die IKB entschädigt die Stadt für den Verlust der Bäume; das Geld, das die Stadt auf diesem Weg einnimmt, wird nach den Bauarbeiten von der Stadt in eine Verschönerung und Modernisierung der Promenade investiert. Das gesamte Projekt führt von der Schöpfstraße zum Innrain und von dort weiter über die Franz-Gschnitzer-Promenade bis zur Ottoburg. Die Arbeiten werden abschnittsweise durchgeführt und sollen bis ca. Ende 2015 abgeschlossen sein.

Neue Parkplatz-Zufahrt

Im Zuge dieser Kanalbaumaßnahmen muss die Rechengasse im hinteren Bereich gesperrt werden, weshalb die Zufahrt auf die Parkplätze am Innrain über die Rechengasse langfristig nicht möglich ist. Im Oktober wurde deshalb bereits eine neue Zufahrt zwischen dem Hauptgebäude und dem Gebäude der Alten Chemie errichtet. Die Fahrradständer entlang des Innrain 52a können deshalb leider nicht mehr benutzt werden.

(IKB/sh)