Humboldt-Professur für Physikerin

Der Quantenphysikerin Francesca Ferlaino von der Universität Innsbruck wurde eine Alexander von Humboldt-Professur zuerkannt. Das ist mit fünf Millionen Euro der höchstdotierte deutsche Forschungspreis. Deutschland will mit den Humboldt-Professuren international erfolgreiche Spitzenforscherinnen und -forscher an seine Universitäten holen.
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Bild: Francesca Ferlaino

Wie die Alexander von Humboldt-Stiftung heute bekanntgegeben hat, wurde die Physikerin Francesca Ferlaino vom Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck als erste Wissenschaftlerin einer österreichischen Universität für den höchstdotierten internationalen Forschungspreis Deutschlands ausgewählt. Nominiert wurde sie dafür von der Universität Ulm. Neben der Quantenphysikerin wurden eine Umweltökonomin aus der Schweiz sowie drei Physiker und ein Mathematiker aus den USA für eine Humboldt-Professur ausgewählt.
„Diese Auszeichnung ist ein große Ehre für mich“, sagt Francesca Ferlaino. „Ich bin der Innsbrucker Physik und der Universität sehr dankbar für die großartige Förderung in den vergangenen Jahren. Hier habe ich optimale Bedingungen vorgefunden, um auf höchstem internationalem Niveau Wissenschaft zu betreiben.“

Ideales Forschungsumfeld

Die Physikerin wurde 1977 in Neapel, Italien, geboren, hat an Universität Neapel und an der International School of Advanced Studies (ISAS) in Triest Physik studiert. Das Doktoratsstudium absolvierte Ferlaino an der Universität Florenz und dem dortigen European Laboratory for Non-Linear Spectroscopy (LENS). 2006 kam sie als Gastwissenschaftlerin in die Forschungsgruppe von Wittgenstein-Preisträger Rudolf Grimm nach Innsbruck. Hier traf sie auf ein ideales Forschungsumfeld, das sowohl experimentelle als auch theoretische Arbeitsgruppen an der Universität Innsbruck und dem Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) umfasst. 2007 erhielt sie ein Lise-Meitner-Stipendium des Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF. Seit 2009 ist Francesca Ferlaino Mitarbeiterin am Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck, 2012 wurde sie zur Professorin für Atomphysik an der Universität Innsbruck berufen. Die Physikerin erhielt die höchsten Auszeichnungen für Nachwuchswissenschaftler in Österreich (START-Preis 2009) und in Europa (ERC Starting Grant 2010) und ist Mutter von zwei Kindern.

Freude über internationale Auszeichnung

„Diese Auszeichnung freut uns sehr“, sagt Rektor Tilmann Märk. „Sie unterstreicht einmal mehr die herausragende Stellung der Innsbrucker Physik. In diesem Umfeld können sich junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie Frau Ferlaino optimal entwickeln und sich international einen sehr guten Ruf erwerben. Das macht die Universität Innsbruck für Forscherinnen und Forscher aus aller Welt attraktiv und bestätigt unsere führende Rolle als Forschungsuniversität in Österreich.“
Die Alexander von Humboldt-Professur ist mit fünf Millionen Euro der höchstdotierte internationale Preis für Forschung in Deutschland. Die Auszeichnung wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung vergeben und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. Mit der Humboldt-Professur zeichnet die Stiftung weltweit führende und im Ausland tätige Forscher aller Disziplinen aus. Sie sollen langfristig zukunftsweisende Forschung an deutschen Hochschulen durchführen.
Die Entscheidung, ob Francesca Ferlaino das mit der Humboldt-Professur verbundene Berufungsangebot der Universität Ulm annehmen wird, ist allerdings noch nicht gefallen. „Das wird noch von vielen Einzelheiten abhängen. Im Moment will ich mich einfach über diese tolle Auszeichnung freuen“, zeigt sich die Physikerin vom Erfolg überwältigt. „Natürlich möchten wir Francesca Ferlaino gerne in Innsbruck behalten und werden mit ihr entsprechende Gespräche führen“ gibt sich Rektor Märk optimistisch für den Standort Innsbruck.

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