Fritz Plasser feierlich verabschiedet

Der Politikwissenschaftler Fritz Plasser ist am 1. Oktober 2013 in den Ruhestand getreten: Er ist einer der renommiertesten und profiliertesten Wahlforscher Österreichs und genießt auch in der internationalen Wissenschaftsgemeinde hohes Ansehen. Ihm und seinem Wirken war eine feierliche Verabschiedung der Uni Innsbruck gewidmet, an der er 20 Jahre lang gewirkt hatte.
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Bild: Fritz Plasser

Die Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie und das Institut für Politikwissenschaft haben am 01. Oktober 2013 Univ.-Prof. Dr. Fritz Plasser mit einem feierlichen Festakt in den Ruhestand verabschiedet und damit ihn und seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen gewürdigt. Die Anwesenheit von Rektor Tilmann Märk, der Vizerektoren Roland Psenner und Wolfgang Meixner sowie des Universitätsratsvorsitzenden Christian Smekal unterstrichen die Bedeutung und die Verdienste Fritz Plassers für die Alma Mater. Auch in der Laudatio von
em.Univ.-Prof. Dr. Oscar Gabriel von der Universität Stuttgart wurde deutlich, welch großen Einfluss die wissenschaftliche Arbeit von Fritz Plasser in den letzten 30 Jahren auf die Politikwissenschaft in Österreich und auf den Fachbereich Politische Kommunikation insgesamt gehabt hat. Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Übergabe der Festschrift „Medienzentrierte Demokratien: Befunde, Trends, Perspektiven“. In diesem über 400-seitigen Werk würdigen führende Autoren und Wissenschaftler in 17 wissenschaftlichen Beiträgen, knapp 50 Grußadressen und einem biografischen Interview die Arbeit und die Persönlichkeit von Fritz Plasser. Und ganz nach der Vorliebe des ausgebildeten Perkussionisten und Jazz-Fans Plasser wurde der Festakt von der Universitäts-Jazz-Combo mit Stücken von Miles Davies umrahmt.

Fritz Plasser: Ein Homo Politicus

Fritz Plasser wurde 1948 in Wien geboren, promovierte 1974 an der Universität Wien und habilitierte sich 1986 für Politikwissenschaft an der Universität Innsbruck. Seine Forscherkarriere begann schon in dieser Zeit beim Fessel-Institut und in der Bundesparteizentrale der ÖVP in der Wiener Kärtnerstraße. 1993 wurde Fritz Plasser als Professor für Politikwissenschaft an die Universität Innsbruck berufen, an der er von 2006 bis 2013 Dekan der Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie war. Von 2000 bis 2001 lehrte und forschte er als Fahrenkopf-Mannat-Professor an der Graduate School of Political Management an der George Washington University in Washington DC und von 2004 bis 2005 war er Shorenstein-Fellow an der Kennedy School of Government der Harvard University in Cambridge, Massachusetts.
Fritz Plasser ist Autor, Koautor und Herausgeber von mittlerweile 38 Büchern, von denen einige – wie das 2002 publizierte „Global Political Campaigning“ – in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen: Internationale Trends im politischen Wettbewerb, das Politische System der USA, Politische Kommunikations-, Wahl- und Parteienforschung sowie Vergleichende Politische Kulturforschung.
Mit dem NFN Exzellenz-Projekt „AUTNES – Österreichische Nationale Wahlstudie“ setzte Fritz Plasser als Principal Investigator ein markantes Zeichen, wurde doch damit erstmals in der Geschichte österreichischer Forschungsförderung ein politikwissenschaftliches Großprojekt als nationaler Forschungsschwerpunkt eingerichtet. Auch schon davor hat sich Fritz Plasser durch seine Forschungsaktivitäten national wie international als Leiter des Wiener Ludwig-Boltzmann-Instituts für angewandte Politikforschung von 1993 bis 2005 einen Namen gemacht. Ab 2005 als Zentrum für Angewandte Politikforschung weitergeführt, ist es bis heute eine Plattform für empirische Grundlagenstudien in den Bereichen politischer Kommunikations- und  gesellschaftspolitischer Trendforschung. Außerdem werden hier Analysen der Veränderungen im österreichischen politischen System, in den parteipolitischen Wettbewerbsbedingungen und im Wählerverhalten durchgeführt.

Akademische Würdigung und ein sehr persönliches Farewell

Wie überaus dankbar die Universität Innsbruck für die 20-jährige wissenschaftliche Arbeit Fritz Plassers ist, wurde in den Worten von Rektor Tilmann Märk deutlich: „Es ist beeindruckend, was Fritz Plasser während seiner Zeit an der Universität Innsbruck geleistet hat.“ Und Festversammlung wie wissenschaftliche Kollegenschaft waren sich einig: Fritz Plasser wird auch in seiner Pension weiterhin die Politische Kommunikationsforschung mit seinen Beiträgen maßgeblich mitprägen. Nicht nur in Österreich ...

(Sven Jeschke)