Führungskräfte bringen Impulse in das Schulsystem – Entwicklung durch praxisgeleitete Forschung

Am 22. September 2013 bekamen Führungskräfte aus dem Bildungsbereich in der dritten Generation des LEA-Universitätskurses ihre Zertifikate im Kongresszentrum in Alpbach überreicht. Prof. Dr. Michael Schratz (School of Education), Prof. Wilfried Schley (Universität Zürich) und Maria Gruber-Redl als Vertreterin des BMUKK gratulierten zum erfolgreichen Abschluss des Universitätskurses.
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Bild: Ende September bekamen Führungskräfte aus dem Bildungsbereich ihre LEA-Zertifikate überreicht.

Der Universitätskurs im Rahmen der Leadership Academy (siehe http://leadershipacademy.at) ist ein Kooperationsprojekt des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) und der Universität Innsbruck mit dem Ziel, forschungsgeleite Praxis zu fördern und die Professionalität des Bildungswesens voran zu bringen. Führungskräfte aus dem Bildungsbereich untersuchen in Forschungsprojekten relevante Themen ihrer Organisation. Die Projekte zeichnen sich durch eine hohe Theorie-Praxis-Verbindung aus. Praxisrelevante Themen werden wissenschaftlich aufgearbeitet und die Ergebnisse direkt für die Weiterentwicklung der Organisation genutzt.

Die Fülle der Themen spiegelt die Vernetzung der verschiedenen Ebenen des Bildungssystems in der Leadership Academy wider. Die Teilnehmer/innen kamen aus den Pflichtschulen (HS, NMS, PTS, Sonderschulen), den AHS und dem höheren berufsbildenden Schulwesen sowie aus der Lehrer/innenbildung. Die Themen umfassten bildungspolitisch hochrelevante Themen der Integration und Migration als Fragen des Umgangs mit Vielfalt, die Sprachförderung und den Schriftsprachenerwerb, die Passung und Gestaltung der Schnittstelle zwischen Schule und Wirtschaft sowie das Bild einer ganzheitlichen Ausbildung vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe in den neu entstehenden Konzepten sogenannter Bildungscampus.

Beim dritten Durchgang des Kurses lassen sich auch gewisse Schwerpunkte der gewählten Projekte erkennen. Ein Themengebiet mit großer Relevanz ist die Qualitätsentwicklung und -sicherung in der schulischen Tagesbetreuung. Die Ergebnisse betonen die Bedeutung flexibler Angebote der Betreuung sowie die Integration von Lern- bzw. Übungseinheiten und sogenannten Freizeitangeboten an den Schulen. Trotz Gemeinsamkeiten zwischen den untersuchten Schulen ist eine kontextbezogene Analyse der Situation empfehlenswert. Denn, wie die Untersuchungen zeigten, gibt es Unterschiede zwischen den Schulen bezüglich der Erwartungen der betroffenen Stakeholdergruppen wie Eltern und Schüler/innen. Auch die vorhandenen Rahmenbedingungen spielen in das jeweilige Angebot und die Überlegungen dazu mit hinein.

Eine Forschungsarbeit mit hoher Breitenwirkung ist die Untersuchung der Leistungsentwicklung von Schüler/innen ausgehend von der Note der Zubringerschulen über die an HTLs eingesetzten Diagnosechecks bis hin zum weiteren Schulerfolg an der HTL. Hohe Leistungsunterschiede zwischen den Zubringerschulen konnten festgestellt werden. Ein Schlüsselergebnis war, dass Schüler/innen mancher Schulen trotz guter Noten keine bis sehr geringe Chancen für die weitere Schullaufbahn an einer HTL haben. Auf Grund eines zu großen Leistungsunterschieds sind sie an dieser Schule nicht anschlussfähig.

Ein weiteres Fazit, das sich aus dieser Untersuchung ableiten lässt, ist die Infragestellung der Auswahlkriterien für die Aufnahme an einer HTL. Die derzeitigen Auswahlkriterien betreffen die Noten in Deutsch, Englisch und Mathematik. Prognosekraft für den Schulerfolg an einer HTL hat, wie die Analysen zeigt, aber ausschließlich die Note in Mathematik. Die anderen Noten lassen laut den Ergebnissen der Arbeit keine Aussage über den weiteren Schulerfolg an einer HTL zu. Die Ergebnisse der Untersuchung werden derzeit informell an die Zubringerschulen rückgemeldet und es besteht großes Interesse von Seiten der Schulen an einer Weiterentwicklung der Qualität. Das für die Untersuchung entwickelte Analysetool steht auch anderen Schulen zur Verfügung. Die Resultate werden mit den Verantwortlichen im Ministerium diskutiert.

Die Reaktionen auf die Ergebnisse der Untersuchungen im Berufsfeld sowie die positive Resonanz der Teilnehmenden bestätigen den Erfolg des LEA-Universitätskurses, der in gelungener Kooperation zwischen dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur und der Universität Innsbruck durchgeführt wird.

Ein Gruppenfoto der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses.

Ein Gruppenfoto der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses.

 

(Martin Hartmann)