Wissenschaft hautnah

Wissenschaft hautnah erleben konnten fünf Schülerinnen und Schüler bei ihrem Praktikum „Talente entdecken“ der Forschungsgruppe „Quality Engineering“ am Institut für Informatik. Im Mittelpunkt ihrer Forschungsarbeit stand dabei das soziale Netzwerk „Facebook“ und die Entwicklung eines Softwareprojektes.
blog_informatik_talente.jpg
Bild: Forscherin Cornelia Haisjackl, MSc mit Katharina Nössing, Sophia Lechner, Benedikt Dornauer, Julian Peißert, Antonia Trieb (von links).

Im August 2013 war es wieder so weit. Fünf Schülerinnen und Schüler wurden für das „Talente entdecken“-Praktikum an der Informatik Innsbruck ausgewählt. Zunächst arbeiteten sich die PraktikantInnen mit Cornelia Haisjackl, MSc, in den Themenkomplex Datenschutz und Online-Sicherheit ein, indem sie den Status Quo erhoben und sich die Konzepte und die notwendigen Werkzeuge aneigneten.  Sie entwickelten ein Bewertungsschema für die Datenschutzfreundlichkeit von Social Games auf Plattformen wie Facebook. Insgesamt wurden über 100 Spiele untersucht. Die Ergebnisse ihrer Studie zeigten: Nahezu alle Spiele, die auf Facebook gespielt werden können, greifen auf persönliche Daten zu. Und mehr als 90 Prozent der Spiele verlangen mehr als 50 Prozent der Daten eines Benutzers, um das Spielen zu ermöglichen.

Sensibilität für Datenschutz

Im Zuge dieser Recherche wurde das Team selbst für Datenschutz sensibilisiert. Dazu Benedikt Dornauer: „Ich bin sehr froh, an diesem Praktikum teilnehmen zu dürfen. Nach den ersten Tagen änderte ich meine Einstellungen auf Facebook um. Erst durch meine Arbeit erfuhr ich mehr über den Datenschutz und werde in Zukunft noch genauer aufpassen, was ich poste oder teile.“

Angeleitet von Mag. Thomas Gatterer ging es in den darauffolgenden Wochen darum, ein vollständiges Softwareprojekt in Java umzusetzen. Durch die zwei Entwicklungsumgebungen Scratch und Greenfoot wurde schnell der Umgang mit den verschiedenen Programmiertechniken erlernt. Auch durch das quelloffene GPL-Spiel Frozen Bubble erhielten die PraktikantInnen einen Überblick, woraus  ein Programm entsteht und worauf es ankommt.  Die Gruppe entwickelte gemeinsam „Running Granny“, ein Jump-and-Run-Spiel. Bei der Präsentation der Ergebnisse konnten die ZuhörerInnen das Spiel eigenhändig testen. Im Praktikum kam es nicht nur auf die fachliche Kompetenz an. Das Analysieren in der Gruppe stärkte den Teamgeist und verhalf zu schnelleren Ergebnissen. Für eine gelungene Präsentation der Ergebnisse sorgten Tipps und Tricks der ForscherInnen.  

Begeisterung wecken

„Im Rahmen der Talente-entdecken-Praktika wollen wir junge Menschen für Wissenschaft begeistern“, meint Prof. Dr. Ruth Breu, Leiterin der Forschungsgruppe. „Wir zeigen ihnen, dass Informatik eine äußerst kommunikative und kooperative Disziplin ist.“

Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) fördert jedes Jahr im Sommer Praktika für Schülerinnen und Schüler in technisch-naturwissenschaftlichen Universitäten und Unternehmen. Das Institut für Informatik an der Universität Innsbruck hat sich nun zum fünften Mal an der Ausschreibung beteiligt und wie schon 2012 fünf Praktikantinnen und Praktikanten aufgenommen, um sie an der Forschung am Institut mitwirken zu lassen.

(Gabriele Strasser)