Interdisziplinäre Italienstudien und Nachwuchsförderung

Ende Juni veranstaltete die Innsbrucker Italianistik ihr jährliches Treffen für kulturwissenschaftlich ausgerichtete Italienstudien und bot jungen NachwuchswissenschaftlerInnen aus Italien, Deutschland und Österreich die Gelegenheit, sich über ihre Forschungsprojekte auszutauschen.
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Bild: Der italienische Dichter Alessandro Manzoni (1785-1873)

Auch im vierten Jahr seines Bestehens konnte der Workshop mit zahlreichen innovativen Beiträgen an profilierte Schwerpunktsetzungen der Universität Innsbruck wie der Kulturkontaktforschung und der Filmwissenschaft anknüpfen. Nachdem in den vergangenen Jahren Sabine Schrader und Daniel Winkler vom Institut für Romanistik zum Graduiertenkolloquium eingeladen hatten, übernahmen in diesem Jahr Burglinde Hagert und Maria Kirchmair die Organisation. Der Workshop richtete sich in erster Linie an NachwuchswissenschaftlerInnen der Italianistik, die sich mit ihrer Forschung jenseits des etablierten Kanons bewegen.

An zwei Tagen diskutierten DissertantInnen und HabilitantInnen aus Rostock, München, Heidelberg, Wien und Innsbruck über ihre Forschungsvorhaben, in deren Fokus kulturwissenschaftliche Themen mit interdisziplinärem oder popkulturellem Schwerpunkt standen. Das Spektrum reichte von der Italienidee in der Renaissance über das Theater der Aufklärung und der veristischen Literatur des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis zum postkolonialen Roman der Gegenwart. Weitere Beiträge befassten sich mit literarischen Kartographien, beschrieben Italien als touristisch inszenierten Raum sowie das Phänomen des Tarantismus in Apulien, stellten Gramscis Kunst- und Kulturbegriff vor und beleuchteten die Ästhetisierung der Gewalt im italienischen Horrorfilm. 

Die TeilnehmerInnen, die ein gemeinsames Interesse auch an unkonventionellen Italienstudien verbindet, ließen die Tagung zu einem Ort des offenen intellektuellen Austauschs werden. Nach den Vorträgen setzten sich die anregenden Gespräche in geselliger Runde bis in den späten Abend fort.

Eine Fortsetzung des Graduiertenkolloquiums ist für das kommende Jahr geplant. Wir freuen uns darauf, von den Fortschritten der laufenden Forschungsarbeiten zu erfahren und neue TeilnehmerInnen zu gewinnen.

Ab dem kommenden Jahr wird der Workshop mit einem Redaktionstreffen der neu gegründeten Online-Zeitschrift Lettere aperte verbunden werden, die u.a. von Fabien Kunz (Hamburg/Pisa) und Daniel Winkler (Innsbruck) initiiert wurde. Die aus dem Workshop hervorgegangene Zeitschrift soll jedes Jahr in Form von zwei Themenheften erscheinen und über ein Peer-review-System verfügen. Dem Beirat gehören renommierte ItalianistInnen aus dem italienisch-, deutsch- und englischsprachigen Raum an.

Ein herzliches Dankeschön an das Vizerektorat für Forschung, die philologisch-kulturwissenschaftliche Fakultät, das Institut für Romanistik, das Büro für Internationale Beziehungen und das Italien-Zentrum für ihre großzügige Unterstützung!

(Burglinde Hagert, Maria Kirchmair, Daniel Winkler)