Danser en chantant – Tanzlieder in europäischen Traditionen

So hieß ein Symposium, das die „Fête de la Musique“ zur Sonnenwende wissenschaftlich bereicherte. Die ursprüngliche Idee war es gewesen, Bretonische und Tiroler Volksmusik zusammenzubringen.
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Bild: Die Ähnlichkeit innerhalb der Vielfalt der Volkstänze konnte am 22. Juni eindrucksvoll bewundert werden.

Bald zeigte sich, dass die Musik der „Gstanzeln“ und der Tanzlieder in etlichen europäischen Traditionen lebendig ist, vom oberösterreichischen „Landler“ über den Roija-Tanz der Egerländer in Böhmen und das „Wilde Singen“ im Trentino bis hin zum Bretonischen „Fest Noz“ und zur russischen „častuška“. Alle diese Varianten wurden im Rahmen des Symposiums nicht nur kommentiert und im europäischen Kontext situiert, sondern auch von Tänzern und Musikern vorgeführt und illustriert.

So wurde aus der Veranstaltung, die als eine Kooperation des Frankreich-Schwerpunkts mit der Abteilung für Musikalische Volkskunde der Universität Mozarteum (Prof. Thomas Nussbaumer) begonnen hatte, eine bunte europäische Mischung, an der noch viel mehr Partner beteiligt waren: das Italien-Zentrum und das Russland-Zentrum der Universität Innsbruck, die Abteilung für Textmusik in der Romania, das Institut für Volkskultur und Kulturentwicklung, die Arbeitsgemeinschaft Volkstanz Tirol, und last but not least das Institut français d’Innsbruck, das ja am 22. Juni in der gesamten Altstadt das Open-Air-Musikfest „Fête de la Musique“ nach französischem Vorbild abhielt und über Verstärkung von Bretonischer, Tirolerischer, Oberösterreichischer und  Böhmischer Seite hocherfreut war. Als Sponsoren konnten die IKB, der Tourismusverband Innsbruck und das Vizerektorat für Forschung der Universität Innsbruck gewonnen werden.

Dass die Musikspezialisten und Musiker einander, über Sprachgrenzen hinweg, sehr viel zu sagen, zu zeigen, vorzuspielen und vorzutanzen hatten, versteht sich beinahe von selbst. Auch das zahlreich erschienene Publikum war von der Ähnlichkeit innerhalb der Vielfalt, die beim Symposium offensichtlich wurde, fasziniert und kam daher sehr zahlreich zum Abendprogramm beim Goldenen Dachl und vor der Annasäule, bei dem die verschiedenen Musik- und Tanzgruppen gemeinsam ein Programm gestalteten und das Publikum zum Mittanzen animierten. Was in eindrucksvoller Weise gelang: Ein buntes Tanzfest in einer Mischung aller europäischen Traditionen war das Ergebnis. Die ganze Maria-Theresien-Straße tanzte auf Bretonisch und auf Tirolerisch, und als es zu regnen begann, verlagerte sich das Fest spontan in die Rathaus-Galerien und ging dort nicht minder beschwingt weiter.

Das alles war so aufschlussreich, so bunt und so vergnüglich, dass Prof. Eva Lavric vom Frankreich-Schwerpunkt, Prof. Thomas Nussbaumer von der Abteilung für Musikalische Volkskunde und Cyprien François, der Leiter des Institut français d’Innsbruck, schon eifrig ein Remake bei der „Fête de la Musique“ 2014 planen.

(Eva Lavric)