Sosnovsky-Preis geht an Magdalena Bachmann

Magdalena Bachmann vom Institut für Physikalische Chemie nahm am 17. Juni den Sosnovsky-Preis entgegen. Sie erhält die mit 2000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre Dissertation, in der sie der seit Jahren unbeantworteten Frage nachgeht, warum kleine Goldpartikel in der Kohlenmonoxidoxidation als Katalysatoren äußerst aktiv sind, obwohl Gold im Allgemeinen als unreaktives Material gilt.
Magdalena Bachmann nimmt den Preis und die Gratulation von Rektor Tilmann Märk entgegen.
Bild: Magdalena Bachmann nimmt den Preis und die Gratulation von Rektor Tilmann Märk entgegen.

Zur feierlichen Übergabe des Georg- und Christine-Sosnovsky-Preises hatten sich in diesem Jahr neben Rektor Tilmann Märk nicht nur namhafte Vertreterinnen und Vertreter der Fakultät für Chemie und Pharmazie zu Ehren der Preisträgerin eingefunden, sondern auch Angehörige der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät. Magdalena Bachmann, die den Sosnovsky-Preis 2013 für ihre Dissertation „Noble-metal nanoclusters on carburized W(110)“ erhält, ist nämlich auch angehende Doktorin der Germanistik, wie das Publikum von Laudator ao. Univ.-Prof. Norbert Memmel vom Institut für Physikalische Chemie erfuhr. Im Anschluss an die Laudatio überreichte Rektor Märk den Preis, Univ.-Prof. Jocham Schantl überbrachte Grüße vom Preisstifter Georg Sosnovsky bevor Magdalena Bachmann ihre Doktorarbeit vorstellte.

Trägermaterial bedeutend

Gold ist seit Jahrtausenden bekannt und begehrt als immerwährend glänzendes und beständiges Material, das keinerlei chemische Verfallsreaktionen zeigt. „Gold galt als völlig unreaktiv, bis vor mehr als 20 Jahren entdeckt wurde, dass Gold-Nanopartikel auf oxidischen Trägern sehr effizient, also bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen die Oxidation von Kohlenmonoxid katalysieren“, beschreibt Bachmann den Ausgangspunkt ihrer Arbeit. „Die genaue Ursache dafür blieb bis dato ungeklärt“, ergänzt die Nachwuchswissenschaftlerin, die in ihrer Dissertation den Einfluss von zwei Faktoren genauer untersucht, die mit der unerwarteten Reaktivität von Gold in Zusammenhang gebracht werden: die Größe der Goldpartikel und die Beschaffenheit des Trägermaterials. Wurden bisher üblicherweise oxidische Träger eingesetzt, verwendete Bachmann eine mit Kohlenstoff modifizierte Wolfram-Oberfläche, um den Einfluss des Trägers beobachten zu können. „Eine große Herausforderung war es, geeignete Gold-Partikeltypen auf Kohlenstoff-Wolfram-Oberflächen zu präparieren, um in der Folge Unterschiede in der Reaktivität feststellen zu können“, berichtet Magdalena Bachmann. Ihre Untersuchungen zeigten, dass es nicht ausreicht, Gold einfach auf die Größe von wenigen Nanometern zu verkleinern – sondern im Gegenzug dem Träger bzw. der Grenzfläche von Träger und Gold umso mehr Bedeutung zukommt. – Die Kohlenmonoxid-Oxidation ist zum Beispiel in PEM-Brennstoffzellen relevant, aus denen Kohlenmonoxid (am günstigsten bei niedrigen Temperaturen) selektiv entfernt werden muss.

Preis für ChemikerInnen-Nachwuchs

Die Stifter des Preises, Dr. Christine und Professor Dr. Georg Sosnovsky, haben in den ersten Nachkriegsjahren an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Chemie studiert. Ihre berufliche Laufbahn führte Georg und Christine Sosnovsky zunächst nach Australien und später in die USA, wo sie einen Großteil ihres Berufslebens verbrachten. Anlässlich ihres Goldenen Doktorjubiläums im Jahr 1998 kamen beide nach 50 Jahren wieder nach Innsbruck und stifteten den nach ihnen benannten Preis. Dieser zeichnet eine hervorragende Dissertation aus dem Fach Chemie an der Universität Innsbruck aus. Prof. Georg Sosnovsky ist Ehrenbürger der Universität.

(Eva Fessler)