Vielfalt der Kindheit und Pädagogik der Vielfalt

Unter diesem Titel zeigten Studierende der Erziehungswissenschaft im Österreichischen Buchclub der Jugend in Wien die Ergebnisse ihres Forschungsprojektes zum Thema Bilderbücher für Kinder.
Die Posterausstellung im Buchclub der Jugend in Wien zeigt die Ergebnisse der Lehrveranstaltung.
Bild: Die Posterausstellung im Buchclub der Jugend in Wien zeigt die Ergebnisse der Lehrveranstaltung.

Kinder erschließen über Bilderbücher intellektuell und sensitiv soziale Welten. Sie blättern in Bilderbüchern, hören die Texte der Bücher, die vorgelesen werden, und/oder betrachten die Bilder.

Bilderbücher tragen zur sprachlichen und ästhetischen Bildung bei und gestalten dadurch die frühkindliche Lesesozialisation mit. Sie fördern die kulturelle Alphabetisierung, indem sie Vorschläge für die Orientierung in sozialen Räumen anbieten. Sie geben Kindern differenziert Auskunft über soziale Themen und Probleme wie zum Beispiel Familienkonstellationen, generative Rollen, Identitäten, Angst, Konflikte, Gewalt, und sie stärken Kinder dadurch in ihrer sozialen Sprachmächtigkeit.

Masterstudierende der Erziehungswissenschaft der Universität Innsbruck erforschten im Rahmen des Seminars Vielfalt der Kindheit und Pädagogik der Vielfalt unter der Leitung von Univ.-Doz. Mag. Dr. Andrea Bramberger Repräsentationen des Sozialen in Bilderbüchern und gingen deren Bedeutung im Erziehungskontext in Geschichte und Gegenwart nach. Die leitenden Forschungsfragen waren: Welche Antworten geben Bilderbücher auf soziale Fragen? In welcher Weise tun sie das? Wie sind diese Antworten aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive einzuschätzen? Welche Bilder von Kindheit, welche Vorstellungen davon, was Kindern wie zu vermitteln sei, lassen sich als implizite Grundlagen der Bilderbücher ablesen? Und letztlich: wie wirken diese Informationen in heterogenen kindlichen Lebenswelten?

Forschungsergebnisse

Bilderbücher bilden soziale Welten ab. Dabei geben sie bestimmten Lebenswirklichkeiten den Vorzug und stärken vielfach normative Sichtweisen. Mitunter brechen sie sie aber auch auf und entwerfen neue, alternative Szenarien, die vor allem aus unkonventionellen Überlagerungen von Bild- und Textinformationen entstehen und Kindern Raum für kreative Deutungen anbieten – den sie nutzen.


(Andrea Bramberger)

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