Neues Forschungszentrum Föderalismus eröffnet

Föderalismusforschung hat an der Universität Innsbruck bereits eine lange Tradition. Anfang Juni wurde das neue Forschungszentrum Föderalismus, das diese Forschung an der Universität bündeln soll, in einem Festakt offiziell eröffnet.
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Bild: Prof. Helmut Staubmann (Dekan der Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie), Prof. Christian Smekal (Vorsitzender des Universitätsrats), Prof. Günther Pallaver (Institut für Politikwissenschaft), Prof. Anna Gamper (Institut für Öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre), Rektor Prof. Tilmann Märk und Prof. Christian Markl (Studiendekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät) bei der Eröffnung des Forschungszentrums (von links).

Am 5. Juni 2013 wurde das vor kurzem eingerichtete Forschungszentrum Föderalismus offiziell eröffnet. Rektor Tilmann Märk und der Vorsitzende des Universitätsrats, Prof. Christian Smekal, betonten in ihren Grußworten den Mehrwert interdisziplinärer und im Herzen der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino angesiedelter, an der Universität Innsbruck ja bereits traditioneller Forschung auf dem Gebiete des Föderalismus. Weitere Grußworte wurden von Dekan Staubmann seitens der Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie sowie Studiendekan Markl seitens der Rechtswissenschaftlichen Fakultät überbracht - zahlreiche Forscher aus beiden Fakultäten wirken am Forschungszentrum mit.

Gleichzeitig wurde betont, dass das Forschungszentrum auch anderen Wissenschaften und Fakultäten, insbesondere aus dem wirtschaftswissenschaftlichen Bereich, offenstehe, da Föderalismusforschung traditionell im Bereich von Recht, Politik und Wirtschaft angesiedelt sei. Verschiedene Föderalismusforscher der Universität Innsbruck stellten in kurzen Impulsreferaten Streiflichter der Föderalismusforschung dar, die sie in ihrer Forschung untersuchen: Die Politologen Günther Pallaver und Ferdinand Karlhofer setzten sich in ihren Präsentationen mit Zusammenhängen zwischen Föderalismus und politischer Kommunikation bzw. der vergleichend-politikwissenschaftlichen Einschätzung Österreichs als Bundesstaat auseinander.

Verfassungsrechtlerin Anna Gamper analysierte den aktuellen Stand der verfassungsrechtlichen Verwirklichung österreichischer Bundesstaatlichkeit, während Rechtshistoriker Martin P. Schennach sein Forschungsprojekt zu historischen Voraussetzungen einer Vermögensauseinandersetzung zwischen Bund und Ländern vorstellte. Über den österreichischen Föderalismus hinaus befassten sich Esther Happacher kritisch mit der neueren Judikatur des italienischen Verfassungsgerichtshofs und Europarechtler Walter Obwexer mit den föderalen Elementen der Europäischen Union nach dem Reformvertrag von Lissabon. Als externe Partner des Forschungszentrums präsentierte Paulina Borowska in Stellvertretung von Francesco Palermo das Institut für Föderalismus- und Regionalismusforschung der EURAC Bozen und Peter Bußjäger das Institut für Föderalismus in Innsbruck. Die breite Themenpalette der behandelten Themen zeigte die Bedeutung des Föderalismus als grenzüberschreitenden wissenschaftlichen Untersuchungsgegenstand eindrucksvoll auf und dient dem neuen Forschungszentrum gleichzeitig als Orientierungsmaßstab spannender künftiger Forschungsprojekte.

(Anna Gamper)