Vordenker der Innsbrucker Physik verstorben

Mit Prof. Philip Stehle ist Ende April ein Vordenker der Innsbrucker Physik verstorben. Der US-Wissenschaftler war mehrere Male als Gastprofessor an der Universität Innsbruck tätig und hat wesentliche Impulse zur Entwicklung der hiesigen Physik gegeben. Die Universität verlieh im 2003 ein Ehrendoktorat.
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Bild: Ehrendoktor Philip M. Stehle

Philip M. Stehle studierte an der Princeton University und war lange Jahre Professor an der University of Pittsburgh. Er kam 1959 als Fulbright-Professor an die Universität Innsbruck und verbrachte das akademische Jahr 1959/60 am Institut für Theoretische Physik. Hier zeigte er besonderes Interesse für die Entwicklung der Forschung in Österreich. Weitere Forschungsaufenthalte in Innsbruck folgten in den Jahren 1965 und 1985. Während sein Interesse am Anfang vor allem in den hiesigen Arbeiten zur Kernreaktorphysik und später zur Fusionsreaktorphysik lag, wies Prof. Stehle schon zu dieser Zeit eindringlich darauf hin, dass es sinnvoll wäre, in das neue Arbeitsgebiet der Laserforschung und Quantenoptik einzusteigen. Er wusste aus vielen Gesprächen mit amerikanischen Kollegen sehr gut über die zukünftigen Möglichkeiten der Laserentwicklung und ihren Anwendungen Bescheid. Nicht zuletzt durch diesen frühzeitigen Einstieg in das Gebiet der Quantenoptik genießt die Universität Innsbruck heute in der Quantenphysik weltweit einen ausgezeichneten Ruf.

Ehrendoktor der Universität

In Würdigung seiner hervorragenden wissenschaftlichen Verdienste auf dem Gebiet der Theoretischen Physik wurde Prof. Philip Stehle das Ehrendoktorat der Universität Innsbruck verliehen. Aus gesundheitlichen Gründen konnte der damals 84-jährige Stehle am Großen Ehrungstag der Universität nicht teilnehmen. Der damalige Vizerektor Manfried Gantner überreichte die Urkunde im Juni 2003 dessen Tochter, Prof. Eva Stehle. Ende April verstarb Philip Stehle im Alter von 94 Jahren.

(Christian Flatz)

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