Mit digitalen Archiven umgehen lernen

Die wachsende Informationsgesellschaft und die Verbreitung digitaler Archive ermöglichen einen Austausch und ein Teilen von Informationen. Über deren Möglichkeiten und Gefahren wurde von 11. bis 12. April bei einer Tagung am Institut für Psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung der Universität Innsbruck diskutiert.
Medien - Wissen - Bildung
Bild: Die TeilnehmerInnen der Tagung "Medien - Wissen - Bildung" diskutierten über die Vor- und Nachteile von digitalen Archiven.

Wie findet ein richtiger Umgang mit digitalen Archiven statt und wer darf überhaupt festlegen, was archiviert werden soll und was nicht? Wird der heutigen Informationsgesellschaft ein vorgekautes Wissen vorgelegt, welches eins zu eins übernommen wird? Auf diese und weitere Fragen versuchten die TeilnehmerInnen der Tagungsreihe „Medien-Wissen-Bildung“ am Institut für Psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung der Universität Innsbruck Antworten bzw. mögliche Lösungsansätze zu finden. Organisiert wurde die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften, den Innsbruck Media Studies und der Österreichischen Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen.
Zur Diskussion trugen u.a. Prof. Dr. Theo Hug, Universitätsprofessor für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Medienpädagogik und Kommunikationskultur und Organisator der Tagung, sowie andere WissenschaftlerInnen und Medienschaffende bei. Der Fokus der Diskussion wurde auf den richtigen Umgang mit digitalen Archiven im Bereich online Lernressourcen gelegt. Gerade in den letzten Jahren fand eine Öffnung und Erweiterung von Bildungsmöglichkeiten statt, die online zugänglich sind, man spricht dabei von Open Educational Resources (OER).

Bewusstsein schaffen

Gerade an Universitäten und immer mehr auch an Schulen wird auf OERs und digitale Archive zurückgegriffen, doch ein richtiger Umgang mit diesen Bildungsmöglichkeiten mag gelernt sein. Bildung reduziert sich ansteigend auf das Internet als Archiv, da liegt es nahe zu fragen, ob das eigene Potenzial des Hinterfragens und Nachdenkens zu kurz kommt. Im Mittelpunkt der Diskussion stand auch die Frage, ob die Archive Neues verhindern und somit Kreativität blockieren.

Im Rahmen von Vorträgen, Workshops und einem DoktorandInnenforum/ PhD-Forum suchte man gemeinsam nach Lösungsansätzen für diese Problemstellungen. Es wurde deutlich, dass der richtige Umgang mit digitalen Archiven und Archiven im Allgemeinem gelernt werden muss und zwar je früher desto besser. Es war aber auch eine Unsicherheit zu spüren, wie dies vonstatten gehen soll und welche Rolle dabei die Medienpädagogik einnehmen soll. Einig waren sich die TeilnehmerInnen am Schluss darüber, dass eine Aufklärung nur fächerübergreifend funktionieren kann, aber auch, dass viel Arbeit geleistet werden muss, um ein Bewusstsein bei den BenutzerInnen von digitalen Archiven und online Lernressourcen zu schaffen, das sowohl die Gefahren als auch die unendlichen Möglichkeiten von Archiven erkennt.

(Carina Kerler)