Komet von 3000er-Gipfel aus beobachtet

Der Komet PanSTARRS kann derzeit bei gutem Wetter in der Abenddämmerung auch auf der Nordhalbkugel beobachtet werden. Tiroler Experten sind der dichten Wolkendecke über Österreich entflohen und haben den Kometen von einem 3000er-Gipfel im hinteren Ötztal aus beobachtet.
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Bild: Der Komet PanSTARRS über den Ötztaler Alpen (Foto: christophmalin.com / Wolfgang Kausch)

Für den bekannten Tiroler Astrofotografen, ESO/ALMA-Fotobotschafter und Dokumentarfilmer Christoph Malin, den Astrophysiker Dr. Wolfgang Kausch vom Institut für Astro- und Teilchenphysik der Universität Innsbruck und den Expeditions-Wetterexperten und Bergführer Dr. Michael Winkler von der ZAMG Wetterdienststelle Innsbruck war die aktuelle Wettersituation in Österreich unbefriedigend. Sie machten sich auf die Suche nach einem Wolkenfenster für die Sichtung des Kometen. „Wir haben eine Reihe von Gipfeln rund um Innsbruck, im Stubaital, Ötztal und Gschnitztal ausgewählt, die für die Beobachtung geeignet sind“, erzählt Wolfgang Kausch. „Michael Winkler hat dann die Wetterprognosen für diese Gebiete erstellt.“ Die engere Wahl fiel auf den Gaislachkogel, einen 3000er-Gipfel im hinteren Ötztal mit sehr guter Sicht nach Westen und Nordwesten. „Von dort sollte am 15. März ab dem späteren Nachmittag freie Sicht zum Horizont sein, allerdings bei frostigen minus 25 Grad Celsius und Windböen mit bis zu 45 km/h Windgeschwindigkeit“, erzählt Kausch.

Nach dem endgültigen „Go“ durch Michael Winkler musste alles schnell gehen: Um etwa 19:05 Uhr fingen die Astrobegeisterten dann am eiskalten Gipfelcamp auf 3.000 Metern mit ihren Kameras die ersten Bilder vom Kometen ein, der bald auch mit freiem Auge sichtbar wurde. Bis zirka 01:00 Uhr nachts dokumentierten die Expeditionsteilnehmer den glitzernden Nachthimmel und fuhren dann mit Skiern ins Tal ab. „Dank Teamwork und exakter Vorbereitung war das ein großartiges Abenteuer“, sagt Wolfgang Kausch. „Ein Dank geht auch an Ötztal Tourismus und die Bergbahnen Sölden für die tolle Unterstützung des Projekts.“