Internationale Auszeichnung für Wolfgang Feist

Das Königliche Institut Britischer Architekten, eine Standesvertretung britischer Architekten mit Sitz in London, verlieh Prof. Wolfgang Feist vom Arbeitsbereich für Energieeffizientes Bauen vergangene Woche die Ehrenmitgliedschaft.
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Bild: Prof. Wolfgang Feist bei einem Vortrag während der 15. Internationalen Passivhaustagung in Innsbruck 2011.

Die Aufnahme als Ehrenmitglied wurde am Mittwoch mit einem Galadinner am Hauptsitz der renommierten Architekten-Vertretung gefeiert. Das Royal Institute of British Architecture,  gegründet 1834, hat weltweit mehr als 40.000 Mitglieder. Es vergibt jedes Jahr mehrere lebenslange Ehrenmitgliedschaften, 2013 an insgesamt zwölf Persönlichkeiten, die „Einfluss auf die Architektur in breitesten Sinn“ genommen haben“. Den Besuch in Großbritannien wird der Professor für Bauphysik an der Universität Innsbruck und Gründer des Passivhaus Instituts nutzen, um zugleich einige zukunftsweisende Bau-Projekte zu besichtigen und sich mit wichtigen Akteuren im Bereich der Passivhaus-Entwicklung vor Ort auszutauschen. „Diese Auszeichnung freut mich ganz besonders, da sie von der Institution der Britischen Architekten kommt. Sie zeigt, dass erkannt wird, wie der Passivhausstandard die Architektur unterstützt“, sagt Feist. Hohe Energieeffizienz lasse nämlich gerade in der Architektur weite Spielräume. „Alle Stile sind möglich, der Gestaltung werden keine Grenzen gesetzt.“ Wichtig sei nur die Sicherung einer wirklich sehr guten Qualität der Bauteile für die Gebäudehülle. Dies zähle zu den zentralen Aufgaben von Forschung und Entwicklung sowie der praktischen Umsetzung.

Passivhäuser in England

Die Ehrung ist ein Beleg dafür, dass sich das Passivhaus auch in Großbritannien etabliert. In vielen Teilen des Landes sind bereits Gebäude in diesem hoch energieeffizienten Standard erfolgreich realisiert worden. Und es kommen immer mehr hinzu. Im nordöstlich von London gelegenen Norwich wird sich Feist mit den Planern einer neuen Passivhaus-Zentrale eines Forschungsparks der "University of East Anglia" treffen und dort einen Vortrag halten. Im nahe gelegenen Ditchingham ist der Besuch einer Wohnanlage mit 14 Passivhäusern vorgesehen. In London selbst wird Feist mit Mitgliedern des britischen „Passivhaus-Trust“ die Baustelle eines Projekts mit 53 Passivhäusern im Stadtteil Camden besuchen.

Zur Person

Wolfgang Feist, geboren 1954, studierte Physik an der Universität Tübingen. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrbeauftragter an der Universität Kassel und forschte am Institut Wohnen und Umwelt in Darmstadt (IWU) sowie an der Universität Lund. 1992 promovierte er im Fachbereich Architektur der Universität Kassel mit dem Schwerpunkt thermische Gebäudesimulation. 1996 gründete er das Passivhaus Institut in Darmstadt. 2001 erhielt er den Deutschen Umweltpreis, 2003 den Internationalen Umweltpreis der Stadt Göteborg. Im Jahr 2008 wurde Wolfgang Feist auf den Lehrstuhl für Bauphysik an die Universität Innsbruck berufen.

(Christian Flatz)