Universitätskirche: Verkündigung jenseits von "Sprachkonserven"

Der Innsbrucker Altbischof Stecher predigte bei der Feier anlässlich "20 Jahre Neue Uni-Kirche" am vergangenen Sonntag.
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Bild: Diözese Innsbruck

Die Innsbrucker Universitätskirche möchte ein Ort sein, an dem die christliche Botschaft lebendig und in der Sprache unserer Zeit verkündet wird - jenseits von "Sprachkonserven, die schon längst das Ablaufdatum überschritten haben". Das sagte der Innsbrucker Altbischof Reinhold Stecher am Sonntag in seiner Predigt bei der Feier anlässlich "20 Jahre Neue Uni-Kirche". Auch wenn die fundamentale Botschaft Jesu immer gleich bleibe, könne man sich hier "nicht damit begnügen, immer nur überkommene Formeln zu benützen", so der mehrfache Buchautor.

Die Universitätspfarrkirche habe ihren Platz "in der lauten Welt, ist umströmt vom Verkehr, hat Markt und Finanzamt als Nachbarschaft". Auch geistig stehe sie mehr als andere Kirchen "in den Strömen und Bewegungen der Zeit" und sollte inmitten einer säkular geprägten Welt jene andere, unsichtbare Seite der Wirklichkeit fühlbar machen, die Teilhard de Chardin den "göttlichen Bereich" genannt hat. Inmitten von Betrieb, Verkehr, Geschäft, Forschung, Empirie und ständig sich weitenden wissenschaftlichen Horizonten solle die Kirche "an das strahlende Geheimnis des erlösenden Gottes zu erinnern, der bei uns ist", sagte Stecher.

Die Kirche müsse "vor den echten Fortschritten des Geistes keine Angst haben", jene Erscheinungen freilich, die das Wort "Fortschritt" nicht verdienen, gelte es zu durchschauen und einzuordnen, plädierte der Altbischof für eine "Unterscheidung der Geister". Die Würde des Menschen und die Hoffnung der Welt ruhten "nicht allein auf Wissen im landläufigen Sinn. Da müssen die Impulse und Visionen der Liebe dazukommen".

(Unipfarre)