Wissenschaftler mit zündenden Ideen prämiert

CAST und transidee zeichneten am 5. November die besten Geschäftsideen von Forscherinnen und Forschern der Tiroler Hochschulen mit dem Technology Award aus. Die Plätze 2 und 3 gehen an Eduard Stefan und Roland Schroll von der Universität Innsbruck.
vlnr.: Sara Matt-Leubner (transidee), Eduard Stefan (Preisträger), Christian Mathes (CAST)
Bild: vlnr.: Sara Matt-Leubner (transidee), Eduard Stefan (Preisträger), Christian Mathes (CAST).

Bewertet wurden die Einreichungen von einer Fachjury nach den Kriterien Marktpotential, Innovationskraft, Kundennutzen, Wettbewerbssituation und wirtschaftliche Realisierbarkeit. Mit Geldpreisen belohnt wurden jene Projekte, denen von Seiten der Jury die besten Chancen auf wirtschaftliche Umsetzung des Projektes eingeräumt wurden. Dieses Jahr gab es neben einem ersten und zweiten, gleich zwei dritte Plätze. „Auch heuer haben wieder zahlreiche aktive Wissenschafterinnen und Wissenschafter die Chance genützt, im Rahmen des von CAST und transidee gemeinsam ausgeschriebenen technology awards, ihre Ideen von einer fachkundigen Jury auf Markttauglichkeit prüfen zu lassen. Dass die drei Siegerprojekte aus drei verschiedenen Einrichtungen des Standorts kommen, freut mich ganz besonders“, so transidee Geschäftsführerin und Kooperationspartnerin Sara Matt-Leubner. Alle am Bewerb teilnehmenden Teams dürfen sich auch in diesem Jahr wieder über ein schriftliches Gutachten zu ihrer Einreichung freuen und wichtiges erstes Feedback mitnehmen.

Platz 1 - 3.000 Euro Preisgeld

Am meisten überzeugte die Jury das Projekt von Dr. Elisabeth von Guggenberg von der Universitätsklinik für Nuklearmedizin des Landeskrankenhauses Innsbruck. Die Pharmazeutin beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit der Entwicklung radioaktiv markierter Minigastrin-Derivate zur spezifischen Diagnose und zielgerichteten Therapie des medullären Schilddrüsenkarzinoms. Dabei wurde das endogene Peptid derart modifiziert, dass es bei verbesserter Tumoraufnahme ein deutlich geringeres Nebenwirkungsspektrum besitzt.

Platz 2 - 1.500 Euro Preisgeld

Dr. Eduard Stefan vom Institut für Biochemie und dem Center for Molecular Biosciences (CMBI) der Universität Innsbruck hat eine zelluläre Signalkaskade identifiziert, welche zwar über die Proteinkinase A, nicht jedoch über deren Kinase-Aktivität, vermittelt wird. Die Ausbildung des entsprechenden Proteinkomplexes lässt sich spezifisch mit Peptiden und kleinen chemischen Molekülen modulieren und könnte so neue Wege zur Therapie verschiedener Erkrankungen, wie chronischem Schmerz aber vor allem Krebs, eröffnen.

Platz 3 - 800 Euro Preisgeld

Roland Schroll vom Institut für strategisches Management, Marketing und Tourismus der Universität Innsbruck arbeitet gemeinsam mit seinem Partner Clemens Kofler am Projekt „Lunch-a-lot“, das sich zum Ziel setzt, die Idee des Restaurantführers mit Hilfe von Web 2.0-Technologien ins 21. Jahrhundert zu bringen. Martin Hofstetter vom Institut für Elektrotechnik und Biomedizinische Technik / UMIT hat ein ausgeklügeltes Wecksystem entwickelt, das den „Verschlafenen“ unter uns bei erfolgreicher Markteinführung das Leben erheblich erleichtern wird.

Die nächsten Schritte zur Umsetzung

Die eigenen Forschungsergebnisse beim CAST technology award auf ihre Wirtschaftlichkeit hin überprüfen zu lassen und zu erfahren, ob die eigene Forschung auch Marktpotential hat, ist ein erster wichtiger Schritt in Richtung wirtschaftlicher Verwertung und Umsetzung einer Geschäftsidee mit wissenschaftlichem Hintergrund.

Für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des CAST technology award 2012 – ungeachtet dessen, ob sie prämiert wurden oder nicht – besteht als nächster Schritt die Möglichkeit, ihre Ideen beim Businessplanwettbewerb adventure X mit tatkräftiger Unterstützung von Coaches und Fachexpertinnen und -experten zu einem schriftlichen Geschäftskonzept – dem Businessplan – auszubauen und einen weiteren Schritt in Richtung eigenes Unternehmen zu setzen. Der neue Durchgang startet voraussichtlich im Frühjahr 2013. www.adventurex.info

Über den CAST technology award

Mit dem CAST technology award sucht CAST gemeinsam mit Kooperationspartner transidee in regelmäßigen Abständen Geschäftsideen zur wirtschaftlichen Verwertung von Entwicklungen, Erfindungen und Forschungsergebnissen aus allen Technologiebereichen. Teilnahmeberechtigt sind wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Tiroler Universitäten und Fachhochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Prämiert werden jene Ideen mit der besten Chance auf erfolgreiche, wirtschaftliche Umsetzung.

„Die Intention des CAST besteht darin, Forscherinnen und Forscher am Standort zu motivieren, neben ihrer wichtigen wissenschaftlichen Forschungsarbeit auch über eine wirtschaftliche Verwertung ihrer Entwicklungen und Technologien nachzudenken. Ist Marktpotential vorhanden, stehen die Türen des CAST für Beratung, Begleitung und Unterstützung jederzeit offen. Selbst eine Startfinanzierung für ein eigenes Unternehmen ist möglich“, erklärt CAST-Geschäftsführer Christian Mathes.

(red)