Wissenschaftspreis für Romanistin Heidi Siller-Runggaldier

Heidi Siller-Runggaldier, Professorin am Institut für Romanistik der Universität Innsbruck, wird heute Abend mit dem Wissenschaftspreis für außergewöhnliche Forschungsleistungen der Stiftung Südtiroler Sparkasse ausgezeichnet. Forschungspreise gehen auch an fünf weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschafter der Universität Innsbruck.
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Bild: v.l.: Marjan Cescutti, Heidi Siller-Rungaldier, Gerhard Brandstätter und Sabine Schindler

Die Verleihung der mit 10.000 Euro dotierten Auszeichnung findet in diesem Jahr zum vierten Mal statt. Dr. Gerhard Brandstätter, Präsident der Stiftung Südtiroler Sparkasse, überreicht diesen höchstdotierten an der Universität Innsbruck verliehenen Preis an Univ.-Prof. Dr. Heidi Siller-Runggaldier für ihr außergewöhnliches wissenschaftliches Werk. „Um als erfolgreiche Universität Forschungsresultate auf hohem internationalem Niveau vorweisen zu können, muss man die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch unterstützen und fördern. Und was könnte mehr motivieren, als die öffentliche Anerkennung hervorragender Leistung, eine Anerkennung, die oftmals ohne Sponsoren aus dem Wirtschafts- und Bankenbereich nicht möglich wäre“, betont Forschungs-Vizerektorin Univ.-Prof. Dr. Sabine Schindler und dankt der Stiftung Südtiroler Sparkasse und ihrem Präsidenten für die großzügige Unterstützung.

Sprachvergleich in Südtirol

Die Forschungsschwerpunkte von Heidi Siller-Runggaldier betreffen das Italienische sowie ganz allgemein die romanischen Sprachen und liegen im Besonderen in der Syntax, der Semantik, der kognitiven Linguistik, im Sprachvergleich und in der Sprachtypologie sowie in der Grammatik. Einen besonderen Schwerpunkt bildet das Ladinische, das Heidi Siller-Runggaldier neben systemlinguistischen Aspekten auch in Bezug auf soziolinguistische Fragestellungen untersucht. So beschreibt sie derzeit in einem Forschungsprojekt gemeinsam mit den Germanisten-Kollegen Peter Gallmann von der Universität Jena und Horst Sitta von der Universität Zürich die Grammatiken der in Südtirol gesprochenen und geschriebenen Sprachen Deutsch, Italienisch und Ladinisch und stellt diese einander vergleichend gegenüber. Dieser Vergleich, der im Besonderen für SprachlehrerInnen gedacht ist, trägt zu einem tieferen Einblick in die beschriebenen Sprachen bei und sensibilisiert dadurch auch für einen bewussteren Umgang mit der Mehrsprachigkeit in Südtirol. Der erste, dem Verb gewidmete Band im Rahmen dieses Projektes (222 Seiten) ist im April 2008 erschienen, der zweite Band zu den Determinanten und Pronomen (230 Seiten) im November 2010; der dritte, den einfachen Satz beschreibende Band (180 Seiten) ist abgeschlossen und soll im Jänner 2013 erscheinen.

Heidi Siller-Runggaldier wurde 2002 als Professorin für Romanische Sprachwissenschaft mit Schwerpunkt Italienisch an das Institut für Romanistik berufen, das sie von 2003 bis 2007 auch leitete. Sie war von 2004 bis 2006 Vizepräsidentin des Deutschen Italianistenverbandes, ist seit 2007 Mitglied des Bureau de la Société de Linguistique Romane und wurde 2004 mit dem Orden Stella della Solidarietà Italiana ausgezeichnet.

Verleihung weiterer Forschungspreise und Stipendien

Die Forschungspreise der Stiftung Südtiroler Sparkasse in der Höhe von je 2.500 Euro gehen an Univ.-Prof. Dr. Brigitta Erschbamer vom Institut für Botanik, Univ.-Prof. Dr. Tobias Greitemeyer vom Institut für Psychologie, Priv.-Doz. Dr. Simone Paganini vom Institut für Bibelwissenschaften und Historische Theologie sowie an Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Margareth Helfer vom Institut für Italienisches Recht.

Der Verein zur Förderung der wissenschaftlichen Ausbildung und Tätigkeit von Südtirolern an der Landesuniversität Innsbruck verleiht einer langen Tradition folgend auch heuer wieder Stipendien an Südtiroler Nachwuchsforscherinnen und -forscher. Zur Verfügung gestellt werden die finanziellen Mittel in der Höhe von insgesamt 110.000 Euro vom Hauptunterstützer des Vereins, der Stiftung Südtiroler Sparkasse. Folgende drei Stipendiatinnen und Stipendiaten werden bei ihren Dissertationsprojekten unterstützt: Mag. Christoph Tauber (Politikwissenschaft), Mag. Teresa Kaserer (Pharmazie) und Mag. Michael Steinwandter (Biologie).